BIOSPHÄRISCHE NACHRICHTEN AUS DEM SCHWARZWALD: MÄRZ 2021

Von 1. April 2021Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser,

der Lenkungskreis hat am 26. März die diesjährige Förderrunde eingeläutet und per Videokonferenz die Projekte bewertet. Rund 200.000 Euro an Landesgeld fließen auf diese Weise in einer wirtschaftlich unsicheren Lage in die Region und ermöglichen wertvolle Investitionen in der Landwirtschaft, in der Kultur und auch in den 29 Kommunen des Biosphärengebiets Schwarzwald. Wegen der neuerlichen Kontaktbeschränkungen tagte auch die Gesamtsäule dieses Mal in einer Videokonferenz und ermöglichte zumindest eine fernmündliche Beteiligung der Öffentlichkeit über das Internet. Natürlich sind die Kontakte per Videokonferenz in ihrer Qualität nicht mit einem Präsenztreffen zu vergleichen, aber sie halten die wertvollen Verbindungen zur Bevölkerung aufrecht und ermöglichen ein gewisses Maß an persönlichem Miteinander.

Wir stellen uns nach unseren besten Möglichkeiten auf die Situation ein, berichten in unserem Geschäftsbericht nochmals etwas ausführlicher über das vergangene Jahr und bereiten uns intensiv auf die hoffentlich bald kommende Zeit vor, wenn wieder mehr Kontakte möglich und Veranstaltungen geplant werden können. Wir sind weiter für Sie da und setzen uns weiterhin für Ihre Belange ein!

Ihr Walter Kemkes
Geschäftsführer Biosphärengebiet Schwarzwald

Das Leben der Geschäftsstelle
Nächste Station nach dem Schwarzwald: Zentral-Balkan in Bulgarien
Wie schnell fünf Monate vergehen können, war bei Simon Wildner aus dem nördlichsten Stadtteil von Frankfurt zu erleben. Der Abiturient wollte eigentlich mit einem Freiwilligendienst für ein Jahr nach Südamerika, doch wegen der Reisebeschränkungen tauschte der UNESCO-Freiwillige dieses Traumziel notgedrungen im Oktober 2020 mit dem Schwarzwald. Im Biosphärengebiet Schwarzwald arbeitete er vor allem Jan Fassbender im Fachbereich für Regionalentwicklung zu. Zum Beispiel half er ihm bei der Umsetzung des Projekts der dezentralen Infostellen und bei der Koordination der Marketingmaßnahmen für neue Mitglieder im Partnernetzwerk, die in einer Serie auf „Facebook“ vorgestellt wurden. Nach fünf Monaten im Biosphärengebiet ging es für Simon Wildner ab März 2021 in den Nationalpark Zentral-Balkan im Norden Bulgariens in die Nähe von Gabrovo.
Frisch ins Team gekommen ist am 15. Februar ein „alter Bekannter“, der bereits vor knapp einem Jahr ein Praktikum absolviert hat. Der 30-jährige Jonas Licht aus Göttingen hat inzwischen seinen Master in Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung sowie einen Bachelor in Forstwirtschaft in der Tasche. Seine neue Aufgabe im Schwarzwald ist das Projekt „Magie der Sterne – Nachhaltiges Naturerleben im Biosphärengebiet Schwarzwald“ in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach. Licht ist in Göttingen aufgewachsen, arbeitet in der Geschäftsstelle in Schönau und hat den Südschwarzwald als Natur- und Kulturlandschaft liebgewonnen und freut sich nun, an nachhaltigen Touristischen Angeboten im Bereich der Regionalentwicklung mitzuwirken.
Wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen wurden die Praktika von Studierenden in den ersten drei Monaten im Biosphärengebiet Schwarzwald ausgesetzt. Ab April 2021 sind wieder „normale Praktika“ möglich. Freie Plätze sind momentan erst ab November 2021 verfügbar – allerdings nur noch ein Platz. Bernadette Ulsamer nimmt ab Oktober 2021 wieder Neubewerbungen für 2022 entgegen.

Rückblick erstes Quartal 2021
Neues Entdeckerheft zur Geschichte des Südschwarzwalds erschienen
Ein Entdeckerheft zur Geschichte des Südschwarzwalds ist das neuste Printprodukt für Kinder aus dem Biosphärengebiet. Darin wird die geschichtliche Entwicklung der Gegend beleuchtet und für Kinder interessant aufbereitet. Enthalten sind spannende Rätsel, fantasievolle Malaufgaben und interessante Bastelanregungen. Das Heft ist auf der Homepage des Biosphärengebiets Schwarzwald zum Download erhältlich, wird auch in Anlaufstellen ausliegen und kann auch über die Geschäftsstelle bezogen werden. Das Ganze ist wie eine Zeitreise angelegt: „Zwuggi“, das Maskottchen des Heftes, begleitet die Kinder von der Steinzeit, über die Zeit der Flößer und Glasbläser bis zur Entstehung des Tourismus. Auch die Kultur und die Traditionen der Gegend, wie beispielsweise die Fasnet und der alemannische Dialekt, spielen eine Rolle im Heft. In dem 16-seitigen Printprodukt mit modernen Zeichnungen und kurzen, ansprechenden Texten, Rätseln und Bastelanleitungen werden die vier Partner aus dem Bereich Kultur des Biosphärengebiets Schwarzwald vorgestellt: das Wiesentäler Textilmuseum in Zell im Wiesental, das Heimatmuseum Resenhof in Bernau, das Besucherbergwerk Finstergrund in Wieden und das Hans-Thoma-Museum in Bernau.

Startschuss für wegweisendes Projekt „BROMMI“ für mehr Insektenschutz
Bei einer virtuellen Veranstaltung mit einem Grußwort der Bundes-umweltministerin Svenja Schulze und vielen Akteurinnen sowie Akteuren ist im Januar der Startschuss für das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Pilotprojekt „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für Insektenschutz“ erfolgt. Eine der beteiligten Regionen des wegweisenden Vorhabens unter Federführung des „World Wide Fund for Nature“ (WWF) ist das Biosphärengebiet Schwarzwald. Etwa 950.000 Euro Förderung entfallen auf den Südschwarzwald bei einer Laufzeit bis Ende 2025. Neben Mitteln für Personal (einem Koordinator vor Ort) und Begleitforschung fließen rund 200.000 Euro in die Maßnahmenumsetzung mit Landwirten. Gemeinsam mit dem WWF, den Nationalen Naturlandschaften (NNL e.V.), der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) beteiligt sich auch das Umweltministerium Baden-Württemberg mit 240.000 Euro Eigenanteil an der Finanzierung. Neben dem Biosphärengebiet Schwarzwald sind auch vier andere Biosphärenreservate in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bayern und Sachsen-Anhalt aufgenommen worden. Jedes steht für einen typischen Lebensraum in Deutschland, der Schwarzwald als höchstes deutsches Mittelgebirge für seine grünlandreiche Waldlandschaft.

Gesamtsäule tagt per Videokonferenz
Statt in Präsenz tagte die Gesamtsäule im Biosphärengebiet Schwarzwald dieses Mal per Videokonferenz: Die Beteiligungsmöglichkeit für die Bevölkerung wurde wegen der Kontaktbeschränkungen am Donnerstag, 18. Februar, dieses Mal im Internet angeboten. Bei dieser Videokonferenz per Web-Ex wurden auch die aktuellen Förderanträge vorgestellt und konnten online bewertet werden. 18 Projektanträge mit einem Volumen von insgesamt 260.638 Euro waren im Rahmen des Förderprogramms des Biosphärengebiets fristgerecht eingereicht worden. Zur Verteilung standen in diesem Jahr wieder Landesmittel in Höhe von 200.000 Euro zur Verfügung. Der Lenkungskreis des Biosphärengebiets hatte am 26. März das letzte Wort, welche Projekte gefördert werden.

Nachhaltiges Naturerleben dank „Magie der Sterne“
Wie lässt sich die Kultur- und Naturlandschaft im Biosphärengebiet Schwarzwald noch erlebbarer machen und ihre Stärken noch nachhaltiger touristisch nutzen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Kooperationsprojekt „Magie der Sterne – Nachhaltiges Naturerleben im Biosphärengebiet Schwarzwald“ von Dualer Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach und dem Großschutzgebiet. Jonas Licht wird als neuer Projektmitarbeiter im Fachbereich Regionalentwicklung, Tourismus und Wirtschaft Angebote entwickeln, die ein nachhaltiges Naturerlebnis ermöglichen, die Schönheit der Nacht hervorheben und die Tiere der Nacht näherbringen. Gemeinsam mit Reiseveranstaltern und dem Partnernetzwerk des Biosphärengebiets ist ein naturnahes sowie regionales Angebot das Ziel, das auf den Leitlinien der Nachhaltigkeit aufbaut. Dabei geht es auch um das Thema Lichtverschmutzung, denn vielerorts ist eine Naturbeobachtung wegen der vielfältigen künstlichen Lichtquellen kaum noch möglich. Am Ende könnten Veranstaltungen, beispielsweise zu Sternenbeobachtungen oder von „Tieren der Nacht“, das Angebot im Biosphärengebiet bereichern.

Junior Ranger lernen virtuell Spurenlesen
Auch die regelmäßigen Treffen der Junior- und Volunteer-Ranger-Gruppen des Biosphärengebiets Schwarzwald müssen aufgrund der Kontaktbeschränkungen der Corona-Verordnungen weiterhin ausfallen. Um den Kontakt zu den engagierten Kindern und Jugendlichen nicht zu verlieren, gibt es einmal im Monat ein virtuelles Angebot von Seiten der Geschäftsstelle. Dies reicht von der Anleitung zum Spurenlesen und einem achtsamen Aufenthalt im Wald über den Bau von Zaunkönignestern bis hin zum Bau von Fledermauskästen. Außerdem erhalten die Kinder und Jugendlichen jeweils eine Anleitung und den Auftrag ihr Erlebtes zu dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos, die an das Team der Geschäftsstelle geschickt werden. Sobald ein Treffen in Gruppen wieder möglich ist, werden alle Gruppen wieder in Präsenz aufgenommen, und das geplante Jahresprogramm weitergeführt.

Ranger des Biosphärengebiets sind gefragte Interviewpartner
Unsere Ranger sind gefragte Leute: So hat zum Beispiel Florian Schmidt im „Schwarzwald Podcast“ Mitte Januar 2021 erzählt, was er als Ranger im Biosphärengebiet Schwarzwald so macht:
Klick mich: https://schwarzwald-podcast.info/…/biosphaerengebiet…/
Und Ranger Sebastian Wagner (links) war in einem Beitrag des SWR-Fernsehens in der „Landesschau Baden-Württemberg“ zu erleben, wie er unterwegs ist und hat Autor Christof Gerlitz den Ansatz des Biosphärengebiets Schwarzwald bei der Besucherlenkung und Besucherbetreuung erläutert. Malerische Winterlandschaften am Herzogenhorn gab es ganz kostenlos inklusive. Klick mich: https://www.swrfernsehen.de/…/der-ranger-vom-feldberg…

ALLMENDE 2.0.: Beratung kombiniert mit Analyse
Wie können die kulturhistorisch bedeutsamen und landschaftlich prägenden Allmendweiden im Südschwarzwald auch künftig erhalten werden? Mit dieser Frage ist das Projekt ALLMENDE 2.0 des Biosphärengebiets Schwarzwald im Frühjahr 2019 gestartet. Zur Beantwortung ist es ganz entscheidend, von den Betrieben zu lernen, welches die aktuellen Herausforderungen sind und welche Entwicklungen in Zukunft anstehen. Umgekehrt geht es aber auch darum zu erfahren, wie sich Landwirtinnen und Landwirte erfolgreich an diese Herausforderungen angepasst haben. Seit Herbst 2020 konnte das Biosphärengebiet Schwarzwald in Zusammenarbeit mit dem Agraringenieurbüro Kiefer aus Aitern 33 Beratungsgespräche durchführen. Bis die Ergebnisse schlussendlich ausgewertet sind, wird es noch eine Weile dauern. Dennoch zeigen sich schon einige Gemeinsamkeiten: Hohe Arbeitsbelastung, die Bedeutung der Förderung für Wirtschaftlichkeit, Sorgen um die Umsetzbarkeit der Anforderungen an den Herdenschutz sowie der Bedarf, von der Anbindehaltung weg zu kommen. Festzustellen ist aber auch eine große Verbundenheit zu Landwirtschaft und Landschaft sowie eine junge Generation, die grundsätzlich motiviert ist, die Herausforderungen anzugehen. Eine Möglichkeit, die für die Nebenerwerbsbetriebe vielversprechend klingt, ist die Ausweitung von Kooperationen in verschiedenen Bereichen wie Beweidung, Vermarktung, Maschinennutzung oder Stallbau.
Es gibt an dieser Stelle regelmäßige Update zum Projekt. Wer sich zusätzlich informieren möchte, kann auch den Blick auf unsere Webseite werfen: https://www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de/projektallmende/
Es liegt auch ein 100-seitiger gedruckter Zwischenbericht zum Projekt vor, der auf der Homepage des Biosphärengebiets eingestellt ist:
https://www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de/…/Broschue….

Was machen eigentlich die fünf neuen Partner im Netzwerk genau?
Bildungsangebote für Seniorinnen und Senioren, außerberufliche Weiterbildungen sowie Liköre und Ziegenprodukte, das bieten beispielsweise die fünf neuen Partner des Biosphärengebiet Schwarzwald. Doch wer sind diese fünf Partner im Netzwerk eigentlich und was ist ihre Philosophie? Peter Kiefer, Vorsitzender der Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental (e.V.) formuliert es so: „Wir haben das Anliegen, den Menschen in der Region, die sich in oder im Übergang zur dritten Lebensphase befinden, ein breit gefächertes Bildungs- und Mitwirkungsangebot zu unterbreiten.“ Dazu zählen zum Beispiel eine Sommerakademie in Kooperation mit dem Biosphärengebiet sowie Vorträge und Seminare zu Themen der Nachhaltigkeit. Christine Zeller, Geschäftsführerin des „Institut für Bildung und Management“ (IKS) ist ebenfalls Partnerin mit einem Bildungsangebot. Ihr ist wichtig, „Mensch, Kultur und Natur als Einheit zu erleben“. Das IKS Weiterbildungsinstitut beschäftigt sich in Fachtagungen und Workshops in den Bereichen Pädagogik und Soziales, Gesundheit und Pflege sowie Betriebswirtschaft mit Themen und Zielen für nachhaltige Entwicklung. Das jüngste Kooperationsprojekt mit der Geschäftsstelle ist die Weiterbildung der Biosphären-Guides.
Die „Badische Lösung“ bietet Baron von Droste zu Hülshoff aus Horben. Aus seiner Brennerei stammen Liköre und Cider von heimischen Apfel- und Walnussbäumen. Benedikt von Droste möchte „die Region nach vorne bringen“ und bietet dafür seinen Gästen zusätzlich Lama-Touren im idyllisch gelegenen Bohrertal an. Zwei Landwirte leisten als Partner einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft im Biosphärengebiet Schwarzwald: „Mit unseren Weidetieren halten wir schwer zugängliche Allmendflächen offen,“ so Klaus Rümmele von der Weidegemeinschaft Zweistädteblick GbR. Gemeinsam mit seinem Partner Otto Gerspacher bewirtschaftet er mit seinen Ziegen Flächen in Tunau. Von der Weidegemeinschaft gibt es Ziegenprodukte sowie Seife aus Ziegenmilch und Felle. Die gleiche Motivation treibt Landwirt Benno Kaiser aus Menzenschwand an: „Ich möchte die vielfältige Kulturlandschaft nachhaltig erhalten und für mehr Wertschätzung für regionale Produkte sorgen“. Sein „Ziegenhof Menzenschwand“ bietet in seinem Hofladen oder direkt am „Regiomaten“ beim Stall diverse Ziegenprodukte an. Mehr Informationen zu den Partnern unter www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de/unsere-partner/.

Ausblick
Rückmeldefrist für Erlebniskalender wird bis Mitte April verlängert
Beim diesjährigen Erlebniskalender zeigte sich leider, dass es für die Planung von Angeboten und Veranstaltungen zum aktuellen Zeitpunkt noch wenig konkrete Perspektiven gibt. Daher hat sich das Biosphärengebiet Schwarzwald entschlossen, die Meldefrist für Veranstaltungen bis Jahresende bis einschließlich Mittwoch, 14. April, zu verlängern. Dadurch verschob sich auch der Erscheinungstermin des Kalenders nach hinten. Ein genaues Datum lässt sich nicht endgültig festlegen – nach aktuellem Stand ist von Mitte bis Ende Mai 2021 auszugehen. Im gedruckten Kalender werden dann Veranstaltungen Aufnahme finden, die ab Pfingsten angesetzt sind.

Fünf neue dezentrale Infostellen werden eingerichtet
Nach der Einweihung der ersten dezentralen Infostelle im Biosphärengebiet in Bernau im Juli 2020 hat sich viel getan: Fünf weitere dezentrale Infostellen wurden seit Anfang Februar in den Gemeinden Dachsberg, Horben, St. Blasien-Menzenschwand, Wehr und Zell im Wiesental für den Besucherverkehr eingerichtet. An jedem der Standorte ist ein Touchscreen-Infoterminal mit einer eigens entwickelten Biosphären-App zu sehen und außerdem farbig bebilderte Infotafeln. In einem Präsentationsständer aus Weißtannenholz gibt es dann die bunte Vielfalt der Broschüren der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets zu Erlebniswegen, dem Partnernetzwerk oder den Junior Rangern in gewohnter Manier in Printversion auf Papier. Dezentrale Infostellen sollen sowohl Bürgerinnen und Bürgern als auch Gästen einen Zugang zu Themen und Aktivitäten eines UNESCO-Biosphärengebiets ermöglichen. In der Biosphären-App informiert das Maskottchen „Gumpi“, ein Grashüpfer, Klein & Groß anschaulich zum Beispiel zu seltenen Tier- und Pflanzenarten oder der spannenden Arbeit der beiden Ranger im Großschutzgebiet. Das Regierungspräsidium Freiburg hat diese Infomodule den Kommunen als kostenlose Dauerleihgabe mit Mitteln des Umweltministeriums Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt. Für 2021 ist die Einrichtung weiterer Standorte vorgesehen, eine öffentliche Vorstellung eines Standortes durch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer ist am 7. Mai geplant.

Neue virtuelle Weiterbildung  zu Biosphären-Guides startet am 6. April
Die Weiterbildung zum Biosphären-Guide ist auf großes Interesse in der Region gestoßen. Über 45 Personen haben sich für die Weiterbildung in Kooperation mit dem Institut für Bildung und Management (IKS) in Zell beworben. Vorhandene Plätze im Kurs gab es nur für 20 Personen. Somit fiel die Auswahl schwer, vor allem, weil es sich um überaus engagierte Menschen gehandelt hatte, die sich beworben haben. Die Weiterbildung startet am 6. April und wird wegen der weiter geltenden Coronabeschränkungen virtuell als Videokonferenz ablaufen. Beendet ist die Weiterbildung nach 92 Kursstunden Ende Oktober 2021.

Schilder zu Weide und Tourismus werden zu Beginn der Saison fertig
Die Erhaltung der einzigartigen Kulturlandschaft und das Naturerlebnis sind für das Biosphärengebiet Schwarzwald und den gesamten Südschwarzwald von großer Bedeutung. Hierfür ist eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Tourismus und der Landwirtschaft sehr wichtig. Deshalb möchte die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets gemeinsam mit den Kooperationspartnern Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV), Gemeinde Bernau, Hochschwarzwald Tourismus GmbH, Naturpark Südschwarzwald, Schwarzwaldregion Belchen, Schwarzwald Tourismus GmbH und Schwarzwaldverein die Besucherinnen und Besucher für einen respektvollen Umgang mit Weidetier und Natur sensibilisieren. Mehr Informationen zu dieser Initiative gibt es demnächst auf der Internetseite des Biosphärengebiets Schwarzwald. Rechtzeitig zur Weidesaison (im Lauf des April 2021) gibt es kleine Hinweisschilder für Landwirte, Infotafeln für Kommunen und Flyer. Für Rückfragen stehen Dr. Manuela Bacher-Winterhalter per E-Mail an manuela.bacher-winterhalter@rpf.bwl.de und Jan Faßbender per E-Mail an Jan-Hendrik.Fassbender@rpf.bwl.de zur Verfügung.

Wildnispfad ist ab 1. Mai begehbar
Rund um die Wildnis entlang von Kernzonen im Biosphärengebiet Schwarzwald ist das Motto des Erlebnis-Pfades in Oberried. Das Projekt ist eine gemeinsame Aktion des Umweltverbands WWF, des Bundesligisten SC Freiburg und des Biosphärengebiets Schwarzwald. Für den etwa fünf Kilometer langen Pfad benötigen die Wandernden gutes Schuhwerk und eine sichere Trittfestigkeit für den steilen Abschnitt. Dieser Erlebnisbereich ist ab 1. Mai wieder offen und begehbar. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Wildtiere wird der Pfad immer vom 1. November bis 30. April gesperrt. Startpunkt ist am Parkplatz an der Ortsverwaltung in St. Wilhelm, per Bus ist der nächste ÖPNV-Haltepunkt an der L 126 auf der Linie 7215 Kirchzarten-Todtnau (stündlich). Von dort aus sind es knapp zwei Kilometer zusätzlich bis zur Ortsverwaltung St. Wilhelm. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/schwarzwald/wildnis-erlebnispfad-im-biosphaerengebiet-schwarzwald.

Waldschnepfe geht knorzend auf Brautschau
Wenn es im Wald plötzlich auffällig knarzt und knorzt, könnte dies ein eigentlich scheuer Vogel auf Brautschau sein: Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist aus ihrem Winterquartier im Westen Europas in unsere Wälder zurückgekehrt. Ihre Balzlaute sind sehr speziell, sie werden als „knorzend“ beschrieben, auch der Balzflug der Männchen ist sehr auffällig. Die Waldschnepfe ist Bodenbrüter und hat in Baden-Württemberg ihr Hauptverbreitungsgebiet im Schwarzwald oberhalb 500 Metern. Sie fühlt sich am wohlsten in naturnahen, gestuften Tannen-Buchen-Wäldern, aber auch in Eichen-Hainbuchen-Wäldern mit zahlreichen Lichtungen. Wie alle Vögel ihrer Art besitzt auch die Waldschnepfe einen langen Schnabel, mit dem sie nach Regenwürmern und Insekten stochert. Um die Bestandsentwicklung besser abschätzen zu können, erfasst die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) die Bestände und sucht ehrenamtliche Unterstützung. Wichtiger Baustein ist eine bürgerwissenschaftliche Erhebung der Waldschnepfenbalz. 2020 halfen 186 Teilnehmende und stellten Belege für 259 Standorte mit knorzender Balz sicher. Wer mitmachen will, braucht zwei Abende Zeit zwischen 1. Mai und 30. Juni. Die Erfassung erfolgt während der Abenddämmerung stationär an einem geeigneten Beobachtungspunkt (Waldlichtung, Waldweg), an diesem wird die Balzaktivität der Waldschnepfen für 75 Minuten beobachtet und dokumentiert. Weitere Infos: https://www.fva-bw.de/abteilungen/wildtierinstitut/waldvoegel/monitoring-waldvoegel/waldschnepfe. Die Anmeldung zur Kartierung ist bis Mitte April 2021 per E-Mail oder Telefon möglich. Weitere Infos unter Telefon 0761/4018-455 oder per E-Mail an waldschnepfe.fva-bw@forst.bwl.de direkt bei der FVA in Freiburg.

Termine:
Stand dieser Informationen ist Mittwoch, 31. März 2021 (10h00). Alle Termine stehen unter dem Vorbehalt der jeweils gültigen Abstands- und Hygieneregeln. Nach jetzigem Stand ist zu allen Veranstaltungen eine schriftliche Voranmeldung per E-Mail an biosphaerengebiet-schwarzwald@rpf.bwl.de erforderlich, die Einwilligung zur Weitergabe von Kontaktdaten zur etwaigen Nachverfolgung ist Teilnahmebedingung. Bitte erkundigen Sie sich gegebenenfalls bei der Geschäftsstelle in Schönau, ob die Veranstaltung und in welcher Form sie stattfinden kann. Danke.

Rangertouren:
* 24.07, 10h: Kernzonenwanderung im St. Wilhelmer Tal; Start: Ortsverwaltung Oberried-St. Wilhelm.
* 1.5./5.6/3.7/7.8./4.9./2.10, 10h: Schauinsland; Start: Bergstation der Schauinslandbahn; Termine: Mai bis Oktober immer am ersten Samstag des Monats.
* 15.5/12.6/17.7/21.8/18.9/16.10, 10h: Belchen: Start: Talstation der Belchenbahn; Termine: Mai bis Oktober, in der Regel am dritten Samstag des Monats.
* 29.5/31.7./25.9, 10h: Herzogenhorn: Start: Grafenmatt-Parkplatz; Letzter Samstag an ungeraden Monaten im Sommerhalbjahr.

Eine vorherige schriftliche Anmeldung per E-Mail ist notwendig an biosphaerengebiet.ranger@rpf.bwl.de, das Einverständnis zur Weitergabe von Kontaktdaten ist Teilnahmebedingung. Je nach aktuell geltender Corona-Verordnung ist auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erforderlich.

* 29. April, 19 bis 22 Uhr, Vortragsveranstaltung „Waldesruh versus Motorenlärm“, Videokonferenz per Web-Ex, Anmeldung bei der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
* 2. Mai, 10 bis 13 Uhr, Wanderungen für Familien entlang des Weidezauns in Menzenschwand und Tunau (Beitrag zur Naturerlebniswoche, unter Vorbehalt der Corona-Lage)
* 18. Juni, 9 bis 17 Uhr, Tagung „Der Schwarzwald – das höchste deutsche Mittelgebirge im Klimawandel“, geplant als Präsenzveranstaltung (je nach Corona-Lage), Naturschutzzentrum Südschwarzwald, weitere Infos und Anmeldung unter Telefon 07676/933630.
* 27. Juni 2021: Biosphärenfest in Schönau (Ausweichtermin: Sonntag, 19. September)
* 24. Juli, 10 Uhr, Nachholtermin der Veranstaltung für nachhaltigen Konsum mit Partnernetzwerk des Biosphärengebiets im Textilmuseum in Zell im Wiesental
* Im Herbst geplant: Praxistage Holz in Höchenschwand