Deutschlands Naturwunder 2018: Biosphärengebiet geht ins Rennen mit dem Gletscherkessel Präg/ Im Internet kann jeder an der Abstimmung teilnehmen

Von 27. Juli 2018Pressemitteilungen

Mit dem Gletscherkessel Präg geht das Biosphärengebiet Schwarzwald ins Rennen bei der Wahl zu „Deutschlands Naturwunder 2018“. Den Wettbewerb unter dem Motto „Letzte Refugien für bedrohte Insekten“ hat die Heinz Sielmann Stiftung gemeinsam mit EUROPARC e.V. ausgeschrieben. “ Die Abstimmung über das schönste Naturwunder im Internet läuft ab sofort bis zum 2. September. Zur Wahl stehen dort 18 Lebensräume für Wildbienen, Käfer und andere Insekten in den Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturparks und Wildnisgebieten in Deutschland: www.sielmann-stiftung.de/naturwunder

Aufhänger des Wettbewerbsbeitrags aus dem Schwarzwald ist eine Aufnahme des Fotografen Thomas Stephan, die in diesem Sommer im Gletscherkessel Präg entstand: Auf einer Arnikawiese tummeln sich da so genannte „Widderchen“, eine seltene Schmetterlingsart, im Volksmund auch „Blutströpfchen“ genannt. Im Hintergrund ist eine Exkursionsgruppe zu sehen. „Der Gletscherkessel Präg ist mit seinen Relikten aus der Eiszeit und seinen vielfältigen Lebensräumen für bedrohte Insekten- und Pflanzenarten einzigartig“, erklärte Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald. Er rief die Bevölkerung des Biosphärengebiets und darüber hinaus zur Teilnahme an der Online-Abstimmung auf.

Der Gletscherkessel Präg liegt im Herzen des Biosphärengebiets Schwarzwald. Präg ist ein Ortsteil der Stadt Todtnau. In dem steilwandigen Talkkessel flossen während der letzten Eiszeit sechs Gletscher zusammen. Das Eis türmte sich bis zu 500 Meter auf. Im heutigen Naturschutz- und Natura 2000-Gebiet sind Relikte der Eiszeit wie Blockhalden, steile Felsen und Schluchten, Seen, Rundhöcker und Findlinge zu entdecken. Die abwechslungsreiche Landschaft aus Weiden, Wiesen und Wäldern bietet Lebensräume für bedrohte Insektenarten wie den Warzenbeißer, den Mittleren Perlmutterfalter und den Wachtelweizen-Scheckenfalter. Ein tierisches Relikt der Eiszeit ist der Laufkäfer „Präger Dammläufer“, der auf den Blockhalden des Gletscherkessels erstmals nachgewiesen wurde.

Bereits zum neunten Mal rufen die Heinz Sielmann Stiftung und EUROPARC Deutschland e.V. zur Naturwunderwahl auf. Mit dem Wettbewerb wollen die beiden Organisationen auf die Gefährdung der Biologischen Vielfalt und die Bedeutung von Schutzgebieten für den Erhalt der Natur aufmerksam machen. Das vor einem Jahr von der UNESCO anerkannte Biosphärengebiet Schwarzwald ist zum ersten Mal dabei.