Bürgerinnen und Bürger bewerten 24 Projektideen fürs Biosphärengebiet

Von 25. Februar 2020Pressemitteilungen

Neues aus dem Biosphärengebiet Schwarzwald erfuhren die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim vierten Treffen der sogenannten Gesamtsäule in der Gemeinschaftsschule Oberes Wiesental in Todtnau. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die vorliegenden Projektanträge zum Förderprogramm des Biosphärengebiets in diesem Jahr.

24 Vorhaben mit einem Fördervolumen von rund 770.000 Euro waren bis zum Stichtag am 15. November eingereicht worden. Zur Verteilung bereit stehen Landesmittel in Höhe
von 200.000 Euro. Das letzte Wort bei der Verteilung der Fördermittel hat der Lenkungskreis in seiner Sitzung im März.

„Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen unsere international anerkannte Modellregion für nachhaltige Entwicklungen bietet“, appellierte Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärengebiets, an die Gäste. Die Versammlung der Gesamtsäule sei das erfolgreiche Beteiligungsmodell des Großschutzgebiets, das sogar die UNESCO bei der Bewilligung des Antrags lobend erwähnt hatte. Der partizipative Ansatz des Biosphärengebiets stelle sicher, dass dessen Entwicklung nicht von oben bestimmt werde, sondern dass die Menschen aus der Region sich aktiv einbringen und mitgestalten können. Das jährliche Treffen der Gesamtsäule diene dazu, dass sich die Menschen austauschen und ihre Ideen vorschlagen können.

In Todtnau hatten die Gäste Gelegenheit, die ausgehängten Projektskizzen zu studieren. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer durfte drei Bewertungspunkte verteilen. Das Spektrum der Projektideen reicht diesmal von einer Sommerakademie zum Thema Holz und einem Weiterbildungskonzept für Biosphären-Guides über Fahnenmasten für das Besucherbergwerk Finstergrund,
Technik für eine Mosterei und Weidezäune bis hin zu einem naturpädagogischen Projekt mit dem Titel „Bullerbü im Eichholz“. Darüber hinaus wurden wieder Fördermittel für verschiedene landwirtschaftliche Maschinen zur Offenhaltung der Landschaft beantragt. Relativ neu im Spektrum sind Vorhaben zur Wasserversorgung (Anlage einer Wasserleitung), zumal dieses Thema durch die große Trockenheit im Sommer 2018 auf den Weiden im Biosphärengebiet besondere Aktualität erlangt hat. Mehrere Antragsteller nutzten am Dienstag die Gelegenheit, ihre Vorhaben persönlich vorzustellen.

Auf großes Interesse stieß auch die Vorstellung bereits angelaufener Biosphärenprojekte. So berichtete Claudia Senn vom Verein Badischer Jäger in Lörrach über den Gamsbeobachtungsweg in Todtnau. Sabine Imping vom Verein der Freunde und Förderer der Nachbarschaftsschule Kleines Wiesental e.V. präsentierte das Konzept eines Biosphärenklassenzimmers. Da vom Verein Goldenhof e.V. niemand anwesend sein konnte, wurde der Film zum Projekt „Zeidlerpfad“ gezeigt.

Geschäftsführer Kemkes informierte über die kommenden Veranstaltungen zum Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet, das bis zum Jahresende erarbeitet werden soll. Neben sogenannten Fokusveranstaltungen, die sich an spezifische Zielgruppen richten, werde es eine zweite Themenwerkstatt sowie eine zweite Beteiligungswoche geben, in der die bisher vorliegenden Ergebnisse der
Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ein weiterer wichtiger Termin ist das Biosphärenfest am 12. Juli in Schönau.