Biosphärische Nachrichten aus dem Schwarzwald (Newsletter Zweites Quartal 2023)

By 23. Juni 2023Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Sie auch bei uns im täglichen Alltag – die guten Nachrichten. Sie sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar, aber wenn jemand die Antennen dafür hat und sich dafür empfänglich zeigt, gibt es davon mehr, als man denkt. Nehmen wir als Beispiel mal die Heidelerche, die von unserer aktuellen Umweltpraktikantin Fiona Purucker im Rahmen ihrer Bachelorarbeit beobachtet wird. Diese war im Hochschwarzwald quasi ausgestorben, doch in den vergangenen Jahren kehrte sie nicht nur in unsere Region zurück, sondern breitet sich seitdem auch immer weiter aus. Sie ist ein Bodenbrüter, bewohnt Weideflächen und hat die Größe eines Spatzes. Acht Brutpaare wurden gezählt, davon drei in Bernau.
Gut zu beobachten ist sie im Frühjahr bei Ihrem sogenannten Singflug – das heißt, sie fliegt über Ihrem Brutgebiet und markiert dieses durch einen einfachen Gesang. Auf Französisch wird sie als „Alouette lulu“ bezeichnet, weil ihr Gesang einem „lululu“ gleicht. Beim Urteil über ihren Gesang sind sich die Expertinnen und Experten hingegen nicht ganz einig: Die einen bezeichnen ihn als melodiös und sehr harmonisch, andere Beobachtende sind nicht so begeistert und beschreiben diesen als „schwermütig bis melancholisch“. Urteilen Sie am besten selbst, wenn Sie im Hochschwarzwald unterwegs sind – die Heidelerche ist oft auf einzelnen Bäumen und Baumgruppen zu sehen und noch besser zu hören.
Auch in unserem Newsletter finden Sie viele gute Nachrichten aus unserer von der UNESCO international anerkannten Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Walter Kemkes
Geschäftsführer Biosphärengebiet Schwarzwald

Hummeln, Bienen, Wespen
Biosphären-Guides erfahren Alles über Hautflügler

Die Biosphären-Guides haben als erste von zwei Fortbildungen viel Neues über Wespen, Bienen und Hummeln erfahren. Die Referentin, Sarah von Adelmannsfelden vom Nabu Südbaden teilte mit den Guides sowohl Fachwissen als auch Begeisterung für diese Hautflügler. Bei der Theorie ging es erst einmal darum, wie sich die einzelnen Arten unterscheiden, woran sie zu erkennen sind und wo sie überhaupt vorkommen. Als nächster Schritt erfuhren die Guides, wie das Wissen praktisch bei Touren mit Gästen vermittelt werden kann. Eine Herausforderung ist die Frage, wie sich der Klimawandel auf die Lebensräume der Hautflügler auswirkt und was zu ihrem Schutz getan werden kann. Im Praxisteil bestimmten die Guides selbst Hautflügler, lernten Nahrungspflanzen kennen und mehr über das Verhalten der Insekten.

Jede Menge Müll gefunden und entsorgt
Kinder und Jugendliche räumen auf im Biosphärengebiet

Die Junior und Volunteer Ranger haben bei einer gemeinsamen Putzete in Freiburg-Kappel am Sportplatz herum Müll gesammelt. Es fanden sich auch alte verrostete Zaunteile, entsorgte Gartenkissen, Verpackungen aus Kunststoff, Zigarettenkippen und kleinere Teile. Es wurden einige Tüten gefüllt. Insgesamt 21 Kinder und Jugendliche nahmen an der Aktion teil. Drei Volunteer Ranger hatten für die jüngeren Junior Ranger drei Stationen vorbereitet: Dabei ging es um die Frage, welcher Müll in welche Tonne gehört und wie lange es dauert, bis Zigarettenstummel, Glas, Plastik oder Taschentücher vollständig abgebaut sind.

Natur- und Landwirtschaftstag in Bernau
Biosphärengebiet Schwarzwald stellt sich dem Dialog

Die Verbände des Veränderungsdialogs in der Landwirtschaft haben am vergangenen Freitag einen Natur- und Landwirtschaftstag in Bernau (Kreis Waldshut) veranstaltet. Ziel dabei ist es, einen Dialog mit politischen Entscheidungsträgern auf Landesebene und der Verwaltung auf regionaler und kommunaler Ebene anzustoßen, um Weidetierhaltende in ihren Bedürfnissen zu unterstützen und den Fortbestand der Weidewirtschaft zu sichern. Auch das Biosphärengebiet Schwarzwald präsentierte sich mit einem Infostand in Bernau. Neben dem Team der Geschäftsstelle mit Geschäftsführer Walter Kemkes, Florian Brossette (rechts) vom Fachbereich für Landnutzung und FÖJ-lerin Anna Nothdurft (links) war auch die Vorsitzende der Säule Landnutzung, Hildegard Schelshorn (Mitte), anwesend, um über die Bedeutung der Weidewirtschaft im Biosphärengebiet zu berichten.

Entscheidung über Förderprogramm
19 neue Projekte fürs Biosphärengebiet Schwarzwald

Mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Kommunen im Biosphärengebiet werden 19 neue Projekte aus dem Förderprogramm 2023 ermöglicht. Die Entscheidung traf der Lenkungskreis in seiner Frühjahrssitzung in der Geschäftsstelle in Schönau. Für 2024 wurde erstmalig ein Förderschwerpunkt „Anpassung an Wasserknappheit und Dürren“ beschlossen. Projekte, die in ihrer Umsetzung dem Schwerpunkt entsprechen, erhalten eine höhere Priorisierung und haben damit höhere Chancen auf eine Förderzusage.
Gefördert werden in diesem Jahr unter anderem die Anschaffung spezieller Ausrüstung für die Offenhaltung der Landschaft, Investitionen zur Sicherstellung der Weidewasserversorgung, Seminare und Workshops zu naturnahen Gärten, Akademien für nachhaltige Entwicklung und ein Naturpfad am Herzogenhorn. Insgesamt lagen dem Lenkungskreis 19 Anträge mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 407.000 Euro zur Entscheidung vor. Die Vorauswahl durch die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets fand anhand eines Kriterienkatalogs und mit einer breiten Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Behörden sowie des Beirats statt. Fünf Projekte werden derzeit als mögliche „Nachrücker“ geführt. Die Geschäftsstelle bemüht sich auch für diese Projektanträge um alternative Fördermöglichkeiten. Seit 2017 wurden insgesamt 104 Projekte mit Gesamtinvestitionen von mehr als vier Millionen Euro und einer Fördersumme in Höhe von 2,2 Millionen Euro bewilligt (ohne Förderrunde 2023).

Angebote der Biosphären-Guides
Kultur, Energie und Landwirtschaft

Viele interessante und abwechslungsreiche Touren bieten die Biosphären-Guides inzwischen an. Sowohl kulturelle Touren als auch Touren zur Energiegewinnung an der Wiese, zur Landwirtschaft und Flora und Fauna stehen auf der Liste. Buchbar sind die Touren direkt bei den Biosphären-Guides über https://www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de/biospharen-guides, über die VHS oder Tourist-Infos in der Gebietskulisse.

Erlebnisreiche Touren im Biosphärengebiet
Spannende Entdeckungen in der Natur

Im Mai starteten die Rangertouren mit Susa Vorndran und Florian Schmidt wieder, die gut nachgefragt werden. Die erste Tour fand bei Dauerregen auf dem Belchen statt, aber bei Besuchenden und Ranger war die Stimmung bestens. Unter den Gästen waren auch viele Kinder, die ihren Spaß in der Natur hatten und interessante Tiere in der Umgebung entdeckten. Weitere Touren fanden auf dem Herzogenhorn und dem Schauinsland statt. Neu dazugekommen ist eine Tour am Toten Mann, die am Samstag, 26. August, um 10 Uhr starten wird. Anmeldungen sind per E-Mail möglich an biosphaerengebiet.ranger@rpf.bwl.de.

Wer hat den artenreichsten Garten im Land?
Schönstes Heimgrün im Biosphärengebiet

Das Biosphärengebiet Schwarzwald sucht in der dritten Runde seines Naturgartenwettbewerbs artenreiche und vielfältige Gärten in seiner Gebietskulisse. Bis zum 30. Juni können alle Gartenbesitzenden aus der Kulisse des Biosphärengebiets Schwarzwald ihre Wettbewerbsbeiträge per E-Mail oder postalisch einreichen, um in die Bewertung mit einbezogen zu werden. Eine Jury bewertet die Gärten nach ihrem Artenreichtum und ihrer ökologischen Qualität. Die besten Bewerbungen werden beim Biosphärenfest am 30. Juli in Dachsberg ausgezeichnet. Sie gewinnen Gutscheine von einer Baumschule im Südschwarzwald sowie von einem Partner-Restaurant des Biosphärengebiets im Wert von 50, 75 und 100 Euro. Es gibt zwei Sonderkategorien für aktuelle Veränderungen im Garten. Hier werden zum einen neu angelegte und zum andere umgestaltete Gärten gesucht, die sich in ihrer ökologischen Bilanz konkret verbessert haben. Dies kann beispielsweise durch den Bau eines Teichs oder einer Trockenmauer erreicht werden.

Erstmals Förderschwerpunkt beschlossen
Strategien gegen Trockenheit

Der Lenkungskreis des Biosphärengebiets Schwarzwald hat in der Frühjahrssitzung erstmals einen Förderschwerpunkt beschlossen. Dieser lautet „Anpassung an Wasserknappheit und Dürren“. Projekte aus diesem Bereich werden bei der Auswahl höher bewertet. Mögliche Ideen könnten beispielsweise Maßnahmen zur Optimierung der Weidewasserversorgung, Projekte im Bereich der Umweltbildung oder ähnliche Konzepte sein. Antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts, natürliche Personen und Personengesellschaften. Anträge können bis 15. November bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Mehr Informationen und Unterlagen finden Sie hier: www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de/foerderprogramm. Weitere Infos gibt es per E-Mail bei Karolin.Gums@rpf.bwl.de.

Wanderscouts tauschen sich aus

Die ehrenamtlichen Wander-Scouts und Ranger Florian Schmidt haben sich Mitte Juni bei einem Netzwerktreffen auf dem Belchen getroffen. Die Scouts sind regelmäßig im Biosphärengebiet, auf dem Feldberg und in der Wutachschlucht unterwegs und unterstützen die hauptamtlichen Rangerinnen sowie Ranger bei der Besucherlenkung. Bei dem Termin tauschten sich die Scouts zu ihren Erfahrungen aus und berichteten von ihren Begehungen im Gelände. Die ehrenamtlichen Scouts helfen den Besuchenden auch bei Fragen in Sachen richtigem Verhalten im Naturschutz und sind somit eine wertvolle Ergänzung. Neben Florian Schmidt waren auch Bernadette Ulsamer, Hubertus Ulsamer vom Naturschutzzentrum Südschwarzwald sowie Wutach-Ranger Martin Schwenninger im Einsatz.

Seltener Schmetterling in Kürnberg und Atzenbach gefunden

Hemaris tityus oder auf deutsch: Skabiosenschwärmer, so heißt eine stark gefährdete Nachtfalterart, die im Rahmen einer bundesweiten Insektenerhebung, an der sich auch das Biosphärengebiet Schwarzwald beteiligt, in Atzenbach gefunden wurde. Diese Art war früher weit verbreitet, sie findet sich heute nur noch an wenigen Stellen im Baden-Württemberg, beispielsweise im Oberen Wiesental. Blumenbunte Wiesen sind sein Lebensraum. Der neuerliche Nachweis gelang bei der Auswertung einer bundesweiten Langzeiterhebung flugfähiger Insekten. Das Biosphärengebiet Schwarzwald beteiligt sich seit 2020 am sogenannten Malaisefallen-Projekt, dessen wissenschaftliche Leitung beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sowie beim Senckenberg-Forschungsinstitut liegt. Malaisefallen sehen aus wie schwarze Zelte, versehen mit einer sogenannten Fangflasche mit hochprozentigem Alkohol zur Konservierung. Bundesweit wurden 63 solche Fallen aufgestellt, drei davon im Biosphärengebiet: neben Atzenbach in Kürnberg und Dachsberg-Wittenschwand. Von den bundesweit etwa 12.000 nachgewiesenen Insektenarten wurden gut 40 Prozent oder 4.800 Arten hier im Südschwarzwald erfasst. Aufgrund der großen Datenmengen konnten noch nicht alle Insektenordnungen ausgewertet werden. Erste Analysen der Schmetterlinge ergaben jedoch, dass im Biosphärengebiet Schwarzwald insgesamt 15 Schmetterlingsarten angesiedelt sind, die bedroht sind oder auf der Vorwarnliste stehen.


Mehr Nachhaltigkeit

Mobilität, Regionalvermarktung und Wandern

Arbeitskreis Mobilität präsentiert sich

Der Arbeitskreis Mobilität der Säule Wirtschaft hat sich in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets getroffen und sich dabei zu verschiedenen aktuellen Themen ausgetauscht. In dieses Gremium sind auch die zuständigen Fachbehörden der Biosphärengebiets-Landkreise eingebunden. Aus einem Landkreis gab es neue Vorschläge, wie sich die Mitglieder des Arbeitskreises Mobilität engagieren könnten. Zum Beispiel ging es um die Frage, wie Wanderparkplätze oder touristische Highlights besser an den ÖPNV angeschlossen werden könnten. Der Arbeitskreis möchte außerdem mit einem Infostand zum Thema nachhaltige Mobilität auf dem Biosphärenfest in Dachsberg informieren. Erstmals wird es an diesem Tag eine eigene ÖPNV-Anbindung mit einem Shuttlebus von St. Blasien zum Festgelände in Dachsberg-Wolpadingen zwischen 10 und 18 Uhr geben. Foto: Verkehrsministerium Baden-Württemberg

Gemeinsam neue Wandersaison eröffnet

Mitte Mai eröffneten die Schwarzwaldregion Belchen gemeinsam mit der Ferienregion Münstertal Staufen und dem Biosphärengebiet Schwarzwald die neue Wandersaison. Es gab verschiedene Themenwanderungen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und für jedes Alter. Im Mittelpunkt stand der richtige Umgang mit Flora und Fauna sowie Respekt und Rücksicht im menschlichen Miteinander. Die Wanderungen behandelten aktuelle Themen wie die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur, die von geschulten Tourenguides vermittelt werden. Die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets unterstützte mit ihrer fachlichen Expertise und bot eine Infoveranstaltung für Tourenguides an. Ranger Florian Schmidt und Christoph Huber boten zwei eigene Wanderungen an, außerdem gab es einen Infostand mit einem Quiz zum Belchen.

Biosphärengebiet zeigt sich im Landratsamt Lörrach

Der Landkreis Lörrach feierte in diesem Juni sein 50-jähriges Bestehen unter anderem mit einem Tag der offenen Tür im Landratsamt in Lörrach. Das Biosphärengebiet Schwarzwald war mit einem eigenen Infostand vertreten. Der Landkreis bildet flächenmäßig mit 15 Gemeinden und Städten den größten Teil der Gebietskulisse des rund 63.000 Hektar großen Schutzgebietes. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Landratsamt ist sehr eng. Dazu zählt zum Beispiel der Austausch über das Pilotprojekt Allmende 2.0 im Bereich Landnutzung anlässlich des internationalen Tags der Biosphäre im November 2022. Eine aus diesem Projekt weiterführende Maßnahme zum Thema Weidewasserversorgung wurde am Infostand des Biosphärengebiets Schwarzwald unter anderem vorgestellt.

Hohe Beteiligung an Exkursion zum Quellenschutz

Im Rahmen des von der Stiftung Naturschutzfonds geförderten Projekts zum Schutz von Quell-Lebensräumen fand am 12. Mai eine öffentliche Schulung zur Erfassung von Quell-Lebensräumen statt. Die Erfassung des ökologischen Zustands von Quell-Lebensräumen ist die Voraussetzung für die Umsetzung passender Schutzmaßnahmen. Nur mit diesen Grundlagendaten können im Falle von Veränderungen Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt werden. Neben den Projektpartnern, dem Umweltbüro Life Science aus Basel und der Universität Basel, unterstützen auch Ehrenamtliche die Erfassung und das Monitoring der Quellen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Methodik ging es für die knapp 20 Teilnehmenden raus ins Gelände. An verschiedenen Quelltypen im Bereich Zell im Wiesental lernten die Teilnehmenden die notwendigen praktischen Kenntnisse. Möchten Sie gern dabei sein? Melden Sie sich gerne per E-Mail bei karolin.gums@rpf.bwl.de.

Infos und Tipps für Privatwaldbesitzende

Knapp 40 Interessierte besuchten Ende April in Bernau eine Infoveranstaltung für Privatwaldbesitzende. Das Thema war expliziter Wunsch von Säulenmitgliedern. Über die Rechte und Pflichten sowie Fördermöglichkeiten sprach zunächst Dr. Manuela Bacher-Winterhalter vom Team der Geschäftsstelle. Wolfgang Steier, ehemaliger Revierförster Bernau und aktives Säulenmitglied, berichtete aus seinen langjährigen Erfahrungen „Was ist ein klimaresilienter Waldbestand und wie komme ich dahin?“. Benedikt Debes von der Forstbetriebsgemeinschaft Todtnau und ebenfalls aktives Säulenmitglied, sprach über Herausforderungen und Möglichkeiten für die Holzvermarktung im Kleinprivatwald.In weiteren Veranstaltungen sollen unter anderem Wünsche der Teilnehmenden zur Weiterentwicklung zu klimastabilen Waldbeständen vor Ort und weitere Infos zur Verkehrssicherungspflicht von Waldbesitzenden aufgegriffen werden.

Netzwerktreffen für Hinterwälder Wochen

Ende Mai hieß es für die teilnehmenden Agierenden der Kulinarischen Hinterwälder Wochen “Auf zum Leopoldhof in Wembach”. Das Biosphärengebiet Schwarzwald lädt üblicherweise die Netzwerk-Partnerinnen und Partner zu einer internen Auftaktveranstaltung ein. Diesmal trafen sich die Teilnehmenden bei den Landwirten Daniela und Matthias Zimmermann – erstmals mit dabei waren auch die Familien. Qualitätsbeauftragter Bernd Vogelbacher informierte über den geplanten Ablauf. Es gelten weiterhin ausgewählte Nachhaltigkeitskriterien wie artgerechte Weidehaltung, faire Preise für die Landwirte, regionale Schlachtung, die Vermarktung ganzer Tiere und sehr gute Fleischqualität. Das Motto lautet: „Gemeinsam mit Genuss die Landschaft erhalten“, um somit den Fortbestand der Hinterwälder Rinder und somit auch die Offenhaltung der Weiden im Schwarzwald zu fördern.

 

Wie es weitergeht
Das Leben der Geschäftsstelle

Bis Ende des Jahres fertig

Im zweiten Quartal gab es erneut große Fortschritte am MTB-Gebäude (Mehrzweckraum, Tourismus und Biosphären-Geschäftsstelle, Bild) im Herzen von Schönau. Nach der Holzunterkonstruktion waren die Fachfirmen eifrig damit beschäftigt, die Schindelfassade anzubringen und schlossen diese Arbeiten bis Ende Juni ab. Bauamtsmitarbeiter Matthias Mühl verwies einen Blick auf den Bauzeitenplan, der im Erdgeschoss innen an der Wand hängt: „Wir sind trotz aller Schwierigkeiten bei den Vergaben noch gut im Zeitplan, weil sich alle Beteiligten wirklich sehr stark hineinhängen“, berichtet er. „Nach jetzigem Stand werden sämtliche Arbeiten bis Ende des Jahrs abgeschlossen sein.“ Es sollen dort nach der Fertigstellung die Schwarzwaldregion Belchen (Touristinfo), die Geschäftsstelle des Biosphärengebiet Schwarzwald einziehen und zusätzlich ein Mehrzweckraum für Veranstaltungen entstehen. Die Gesamtkosten lagen nach aktuellen Schätzungen aus dem Dezember 2022 bei rund 5,1 Millionen Euro. Davon kommen rund 474.000 Euro aus dem Tourismusprogramm des Landes Baden-Württemberg, 300.000 Euro aus dem Ausgleichsstock und 117.000 Euro aus der Städtebauförderung..

Wechsel in der Öffentlichkeitsarbeit

Einen Wechsel im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird es in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald zum Ende des zweiten Quartals 2023 geben: Markus Adler (50), seit 15. Juli 2019 im Team in Schönau, möchte sich einer neuen beruflichen Herausforderung im Medienbereich stellen und wird das Regierungspräsidium Freiburg nach knapp neun Jahren wieder verlassen. Die Stelle wurde im Frühjahr ausgeschrieben und stieß in einem schwierigen Bewerbendenmarkt auf reges Interesse, denn mehr als 30 Frauen und Männer warfen ihren Hut in den Nachfolgering. Das Bewerbungsverfahren ist noch im Gange, aber vermutlich wird es einen zeitnahen Übergang zum 1. September 2023 geben. Näheres können Sie dann im nächsten Newsletter nachlesen.

Malena Schulz

Die gebürtige Hamburgerin (26) studiert Umweltwissenschaften auf Bachelor an der Universität Oldenburg und absolviert ein Praktikum im Bereich nachhaltige Regionalentwicklung. Sie arbeitet an der Vorbereitung des Naturschutzeinsatzes der Auszubildenden der Zahoransky AG und an einer Facebook-Serie zum Thema Wasserknappheit unter Einbeziehung des Partner-Netzwerks. Sie möchte Einblick in die Arbeit in einem Biosphärengebiet bekommen, weil sie sich vorstellen kann, später einmal in diesem Bereich zu arbeiten – sie möchte die Großschutzgebiete als Möglichkeit „austesten“.

Fiona Purucker

Fiona Purucker (25) ist bis Ende Juni Commerzbank-Umweltpraktikantin im Biosphärengebiet Schwarzwald und ein bereits bekanntes Gesicht. Sie ist das zweite Mal im Fachbereich für Naturschutz und Monitoring tätig und arbeitet nun an ihrer Bachelor-Arbeit. Diese untersucht die Rückkehr der Heidelerche, die bereits als ausgestorben im Hochschwarzwald galt und nun wieder bei der Brut auf Untersuchungsflächen beobachtet werden kann. Fiona Purucker stammt aus Stuttgart und studiert Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Hochschule in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).

Florin (15, Freiburg)

„Hallo, ich bin Florin und bin 15 Jahre alt. Ich besuche die Freie Christliche Schule in Freiburg-Landwasser und gehe dort in die achte Klasse. Aktuell absolviere ich mein einwöchiges Berufspraktikum in der Realschule und habe mich für das Biosphärengebiet Schwarzwald entschieden, da ich es bereits aus der Volunteer Ranger Gruppe kenne. Außerdem interessiere ich mich für eine forstliche Ausbildung. In dieser Woche habe ich in vielen Bereichen erlebt, was zum Beispiel die Mitarbeitenden in ihrem Alltag zu tun haben – wie Hinweisschilder zu den Kernzonen befestigen, Insektenfallen aufstellen oder eine Fortbildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung für Erziehende in Häusern vorbereiten.“

„Reptilienschutz im Ehrenamt“

An einem Juniwochenende ging es in Menzenschwand in einem Seminar um „Reptilienschutz im Ehrenamt“. Die Veranstaltung wurde für das Biosphärengebiet Schwarzwald von Angelika Schwarz-Marstaller vom Team der Geschäftsstelle und von der Umweltakademie Baden-Württemberg mit Michael Wiedmann organisiert. Über die rechtliche Situation im Reptilienschutz sprach Katja Selk, stellvertretende Leiterin des Rechtsreferates im Naturschutz beim Regierungspräsidium Freiburg. 14 Teilnehmende aus dem ganzen Land zeigten sich auch interessiert am Landesnetzwerk Biodiversität. Auf einer Referenzfläche, die durch den Ziegenhof Menzenschwand bewirtschaftet wird, fanden sie eine junge Kreuzotter, zwei Blindschleichen und eine Waldeidechse mit Hilfe der beiden Experten Hubert Laufer und Klemens Fritz.

Bundestreffen: „Kurzweiliges und spannendes Erlebnis“

Florian Burger (15, Volunteer Ranger) berichtet: „13 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren fuhren mit Rangerin Susanne Vorndran und Erlebnispädagogin Anke Haupt mit dem Zug in den Nationalpark Kellerwald-Edersee zum großen Bundestreffen. Dafür bekamen wir sogar extra schulfrei, da wir uns außerschulisch für den Naturschutz engagieren – insgesamt waren wir etwa 300 junge Rangerinnen und Ranger. Wir nahmen an zahlreichen Workshops, beispielsweise zu Bienen und Insekten, Kulturlandschaft, Grünholzwerkstatt, Herstellung von Kräutersalz und richtigem Umgang mit dem Wolf, teil. Dabei gab es viele tolle Spielchen und spannende Herausforderungen. Richtig gefordert waren wir bei einer 13 Kilometer langen Erlebnis-Rallye durch den Nationalpark. Aber auch Spiele im Camp, Schwimmen im Edersee und die Kontaktpflege mit anderen jungen Rangerinnen und Ranger machten das Ganze zu einem kurzweiligen und einmaligen Erlebnis. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Camp 2025 im Thüringer Wald!“

Weidebewirtschaftung wird verbessert

Bei der Bewirtschaftung der naturschutzfachlich hochwertigen Weidberge im Biosphärengebiet Schwarzwald sind die Bewirtschaftenden einer Vielzahl an Herausforderungen ausgesetzt. Einerseits geht es um die Erhaltung beispielsweise des hochwertigen FFH-Lebensraumtyps Borstgrasrasen. Andererseits reicht die Futtermenge und Futterqualität für die Weidetiere oft nicht mehr aus. Diese Thematik bearbeiten die Fachbereiche Landnutzung und Naturschutz des Biosphärengebietes. Nach Durchführung mehrerer Expertenrunden konnte im Rahmen einer Ausschreibung ein Büro gefunden werden sowie eine Projektsteuerungsgruppe mit Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz eingerichtet werden. Im kommenden Winterhalbjahr soll ein erster Workshop mit Experten aus der Praxis, Forschung und Verwaltung stattfinden.

Zweites Biosphärensymposium am 23. Oktober in Waldshut

Das zweite Biosphärensymposium findet am Montag, 23. Oktober, im Kreistagssaal des Landratsamts Waldshut statt. Ein Thema ist die Entstehung und Weiterentwicklung des Bergmischwaldes im Biosphärengebiet (Symbolbild: Emmler). Im Weiteren werden Ergebnisse von verschiedenen Biosphärenprojekten vorgestellt und diskutiert. Das genaue Programm wird noch nachgereicht. Bei Interesse erteilen Dr. Manuela Bacher-Winterhalter per E-Mail an manuela.bacher-winterhalter@rpf.bwl.de oder Walter Krögner per E-Mail an walter.kroegner@rpf.bwl.de weitere Auskünfte.

Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Holzbau (ZHS)

Seit mehreren Jahren arbeitet die Geschäftsstelle mit mehreren Holzunternehmen und dem Zentrum für Holzbau (ZHS) aus dem Landkreis Waldshut zusammen. Als Botschafter für die Biosphären-Imagekampagne unterstützten Vertreter von Holzbau Bruno Kaiser GmbH und LIGNOTREND Produktions GmbH das Team der Geschäftsstelle (Bild von Ralf Harder in Berlin im Reichstag). Für das Zentrum für Holzbau (ZHS) gab es jüngst eine Beteiligung beim Architektenwettbewerb. Als Kooperationspartner bei der ZHS-Kinderferienfreizeit bietet die Geschäftsstelle einen erlebnisreichen Biosphärentag an. Als weiteres aktuelles Projekt sind die Praxistage HOLZ 2023 zu nennen, die vom 25. bis 27. September mit Unterstützung des Biosphärengebietes vom ZHS in Menzenschwand veranstaltet werden.
Weitere Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen erhalten Sie unter:

Kinderferienprogramm

Praxistage.HOLZ

130 Schilder zur Besucherlenkung finanziert

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative von Tourismus und Landwirtschaft sowie Naturpark und Schwarzwaldverein entstanden unter anderem Weideinfotafeln und Weidehinweisschilder für Besucherinnen und Besucher. Ein Ziel ist es, Besuchende für einen respektvollen Umgang mit Tier und Natur zu sensibilisieren. Die Tafeln und Schilder sind in fast allen Kommunen des Biosphärengebietes anzutreffen. Mit einer weiteren Bestellcharge der Kommunen in diesem Frühsommer finanziert die Geschäftsstelle weitere über 130 Schilder und Tafeln.

Strategien für das Managen von klimawandelbedingten Gefahren

Das Biosphärengebiet Schwarzwald ist als einziges deutsches Gebiet Kooperationspartner des zweijährigen internationalen Projekts „MultiBios“. Was verbirgt sich dahinter? Zusammen mit den österreichischen Biosphärenparks und der schweizerischen Biosfera Engiadina Val Müstair sollen Strategien zu einem Management klimawandel-bedingter Naturgefahren erarbeitet werden, wobei Hochwasser- und Dürrereignisse im Vordergrund stehen. Auch die Alpenschutzkommission CIPRA ist mit im Boot. Die wissenschaftliche Begleitung obliegt unter anderem der Hochschule für Bodenkultur Wien. „MultiBios“ zielt darauf ab, die Rolle der Biosphärengebiete im Naturgefahrenmanagement zu untersuchen sowie deren Rolle zu stärken. Es wird eine umfangreiche interdisziplinäre Analyse mit Akteuren aus Verwaltung, Wissenschaft, Politik und Praxis veranlasst und dabei die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen an ein wirksames Risikomanagement in den Fokus genommen. Die daraus abgeleiteten potenziellen Anpassungen insbesondere für hydro-klimatische Risiken sollen auf andere Bergregionen übertragbar sein. Die Ergebnisse sollen auf einem internationalen Workshop unter Beteiligung des Biosphärengebiets Schwarzwald in knapp zwei Jahren präsentiert werden.

Termine
Was ist los im Biosphärengebiet?

2.7.
Waldhaus, FR-Günterstal
11 bis 16 Uhr, Freiburger Waldtag, Infostand und Mitmachaktion des Biosphärengebiets Schwarzwald.

7.7.
St. Blasien-Menzenschwand, Parkplatz Mösle
15 bis 18 Uhr, Trockenmauern in Menzenschwand, Kulturgeschichte, Lebensstätte, Biotopverbund.

10.7.
Todtnau-Gschwend, Zahoransky AG
Ganztägig, Naturschutzeinsatz mit den Auszubildenden, Workshop zum Feldermausschutz mit dem Biosphärengebiet

10.7.
Bergstation, Schauinslandbahn
11.15 bis 14 Uhr, Vorstellung der App „Schauinsland barrierefrei“, Wanderung und Imbiss

18.7.
Schönau, Brand 24
19 bis 20.30 Uhr, Magische Cevennen (Vortrag von Dr. Gerrit Müller), Anmeldung bis 12. Juli per E-Mail an biosphaerengebiet-schwarzwald@rpf.bwl.de

21.7.
Schönau, Bürgersaal,
9 bis 17 Uhr, Quellensymposium, Expertinnen und Experten diskutieren über besseren Quellenschutz.

29.7.
FUTURA II, gGmbh, Am Weidberg 5, 79875 Dachsberg
10 bis 17.30 Uhr, „Lautlos Mähen – jetzt ist Sense“, Seminar mit Thomas Mautner-Hipp (Kosten: 75 Euro)

30.7.
Waldsportplatz Wolpadingen
10 bis 18 Uhr, Biosphärenfest in Dachsberg als Teil der Kohlenmeilertage

28.8. bis 1.9.
St. Blasien-Menzenschwand
ganztägig, Kinderfreizeit vom Zentrum für Holzbau, Kooperationspartner

8.9.
Oberried, Sportplatz St. Wilhelm
14 bis 18 Uhr, Dritter Wildnis-Fußball-Tag, In der ersten Halbzeit stellen die Fußballer ihr Wissen zu Wald und Wildtieren unter Beweis, in Halbzeit zwei geht es dann um Punkte und Tore (in Kooperation mit dem SC Freiburg).

16.9.
FUTURA II, gGMBH, Am Weidberg 5, 79875 Dachsberg
9 bis 17 Uhr, Naturgesunde Pflanzen durch Homöopathie, Seminar mit Cornelia Maute (Kosten: 95 Euro)

25./27.9.
Kurhaus Menzenschwand
Ganztägig, Praxistage Holz 2023, Die Teilnehmenden treffen auf europaweit agierende Firmen der Holzverarbeitung.

19.9.
Ort wird noch bekannt gegeben
15 Uhr, Herbstsitzung des Beirats.

30.9.
Ibach (wird noch bekannt gegeben)
9 bis 16 Uhr, Landschaftspflegetag in Ibach, Auf einer Allmendweide in Ibach sollen Pflegemaßnahmen umgesetzt werden.

30.9.
Freiburg-Kappel, Sportplatz
9 bis 13.30 Uhr, Landschaftspflegetag in FR-Kappel, Es wird ein aktiver Beitrag zum Erhalt der Schwarzwaldlandschaft in Freiburg-Kappel geleistet.

21.10.
FUTURA II, gGmbH, Am Weidberg 5, 79875 Dachsberg
10 bis 17.30 Uhr, „Honeybee – der Workshop von den Bienchen und den Blümchen“, Vortrag und intensiver Austausch mit aktiven Imkern

Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwarzwald
Regierungspräsidium Freiburg
Brand 24
79677 Schönau im Schwarzwald
07673 889-402 4370
Biosphaerengebiet-Schwarzwald@rpf.bwl.de

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Redaktion: Markus Adler