BIOSPHÄRISCHE NACHRICHTEN AUS DEM SCHWARZWALD: September 2020

Von 2. Oktober 2020Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser,

auch in der Bundespolitik zeigt sich, dass die Arbeit in den von der UNESCO international anerkannten Modellregionen, also den Biosphärenreservaten, immer stärker wahrgenommen wird. So hat sich jüngst auf Initiative dreier Abgeordneter der überfraktionelle „Parlamentskreis Biosphärenreservate“ im Deutschen Bundestag gegründet. Dafür hatten sich das Biosphärengebiet Schwarzwald, der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (NNL) und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Biosphärenreservate (AGBR) schon längere Zeit stark gemacht.

Wir sind als Biosphärenreservate oder -gebiete überzeugt, dass wir viele Antworten auf wichtige Zukunftsfragen liefern können. Wir erproben erfolgreich das Zusammenleben von Mensch und Natur und bieten somit einen idealen Ausgleich der Interessen. In diesem Sinne ist die Gründung ein großer Erfolg, überzeugen Sie sich selbst im aktuellen Newsletter!

Ihr Walter Kemkes
Geschäftsführer Biosphärengebiet Schwarzwald

Das Leben der Geschäftsstelle
Zwei neue Praktikanten im Sommer
Die Lockerungen machten es möglich: Nach Benjamin Schmid aus Marktoberdorf kam Anfang Juli Alexander Hahn als Praktikant für rund sechs Wochen neu ins Team. Er studiert Geografie auf Master und arbeitete im Fachbereich Landnutzung mit. Unter anderem unterstützte er den Fachbereich bei der Erarbeitung eines Flyers zum Thema Weide und Tourismus, half bei der Vorbereitung der Praxistage Holz und bei der Aktualisierung eines Flyers zu den Kernzonen im Biosphärengebiet Schwarzwald. Jessica Norz aus Freiburg ist seit Anfang August drei Monate lang Commerzbank-Praktikantin im Fachbereich Wirtschaft, Regionalmarketing und Tourismus. Die 23-Jährige studiert Umwelt-Naturwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und ist im sechsten Semester. Sie unterstützt Jan-Hendrik Fassbender unter anderem bei der Organisation und Abwicklung der zweiten Kulinarischen Hinterwälder Wochen, die am 3. Oktober starten.
Zwischenzeitlich wurde Praktikant Benjamin Schmid aus Marktoberdorf im Allgäu verabschiedet. Sein Einsatz in den Fachbereichen Naturschutz und in der Bildung für nachhaltige Entwicklung wird vor allem deshalb in Erinnerung bleiben, weil er umfangreiche Kenntnisse in der Bestimmung von Insekten und Pflanzen mitbrachte und damit sehr beeindruckte. Nach einem Bachelor im Gesundheitsmanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg studiert er nun Forstingenieurwesen an der Hochschule Weihenstephan/Triesdorf.
FÖJ-ler Tom Killius hat Ende August sein Jahr im Biosphärengebiet Schwarzwald beendet und einen richtigen Schatz hinterlassen: nämlich einen eigenen Geocache. Er hat ihn eigenhändig „vergraben“ und ausgetüftelt. Die virtuelle Schatzsuche führt durch den Bannwald „Flüh“. Ein Verlassen der Wege ist nicht notwendig und in den Anforderungen an die Kernzonen auch nicht vorgesehen. Etliche Schatzsucherinnen und Schatzsucher haben den Cache bereits gefunden, und Tom Killius will nun das Management Erneuerbarer Energien im bayrischen Freising studieren. Ganz ohne Ring geht es hier zu seinem Schatz: https://www.opencaching.de/viewcache.php?wp=OC16480.

FÖJ-lerinnen im Doppelpack
Erstmals hat das Biosphärengebiet Schwarzwald seit 1. September gleich zwei FÖJ-lerinnen: Fast schon Tradition ist ein württembergischer „Import“ von der Schwäbischen Alb, denn die 19-jährige Mara Buchhauser aus Grabenstetten hat sich nach dem Abitur in Bad Urach für ein „Auslandsjahr“ im badischen Landesteil entschieden. Sie möchte spannende Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren, ehe sie ein Studium des Bauingenieurwesens anstrebt. Ein Heimspiel hat dagegen die 19-jährige Leonie Mikulic aus Zell im Wiesental. Sie hat frisch ihr Abitur am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Lörrach bestanden und hat als momentanes Berufsziel, Grundschul-Lehrerin zu werden. Sie möchte das Biosphärengebiet vor ihrer Haustür entdecken, sich für den Naturschutz einsetzen und freut sich zum Beispiel auf die Entdeckung von interessanten Angeboten in der Bildungsarbeit.

Bewerbungen für freie Praktikumsstellen ab 12. Oktober möglich
Für 2020 sind alle Praktikumsstellen im Biosphärengebiet Schwarzwald vergeben. Für den Zeitraum ab Januar 2021 nehmen wir ab 12. Oktober wieder Bewerbungen entgegen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage unter www.biosphärengebiet-schwarzwald.de. Für das kommende Jahr stehen auch wieder zwei Plätze für das Commerzbank-Umweltpraktikum für jeweils drei Monate zur Verfügung. Dabei können die Studierenden praxisnahe Inhalte aus allen Fachbereichen kennenlernen und an Projekten mitarbeiten. Die offizielle Ausschreibung startet im Spätherbst, Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2021. Bewerbungen für das Commerzbank-Umweltpraktikum sind über diesen Link möglich: https://umweltpraktikum.com. Alle weiteren Bewerbungen richten Sie bitte per E-Mail an bernadette.ulsamer@rpf.bwl.de.

Rückblick drittes Quartal 2020
Gründung des Parlamentskreises
Biosphärenreservate Abgeordnete mehrerer Fraktionen des Deutschen Bundestags haben am 11. September den Parlamentskreis Biosphärenreservate gegründet. Der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (NNL e.V.) begrüßte diese Initiative der Parlamentarier Klaus-Peter Schultze, Michael Donth und Armin Schuster. Dem Biosphärengebiet Schwarzwald mit seinem Geschäftsführer Walter Kemkes war es ebenso ein Anliegen wie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Biosphärenreservate (AGBR), damit es die Möglichkeit gibt, sich über aktuelle Themen und Anliegen in den 18 deutschen Großschutzgebieten auszutauschen und gemeinsam mit den Mitgliedern des Bundestags an inhaltlichen Zielen zu arbeiten. Schon im März hatten sich Abgeordnete aus deutschen Biosphärenreservaten in Berlin mit Professorin Dr. Maria Böhmer getroffen, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission sowie Vertreterinnen und Vertretern der Großschutzgebiete. Dem Vorstand des neuen überfraktionellen Arbeitskreises gehören die Abgeordnete Klaus-Peter Schultze, Steffi Lemke und Kerstin Kassner an.

Rangertouren sind gefragt wie nie
Seit Anfang Juli war es den Rangern Sebastian Wagner und Florian Schmidt wieder möglich, ihre beliebten Touren an Schauinsland, Belchen und Herzogenhorn anzubieten. Die Nachfrage war so enorm, dass die Zahl der Teilnehmenden binnen weniger Stunden von 15 auf 20 aufgestockt wurde. Dennoch waren die Termine bis einschließlich Mitte Oktober innerhalb von weniger als zwei Wochen vollkommen ausgebucht, da das Interesse einfach so gigantisch ausfiel. Trotz geltender Abstands- und Hygieneregeln zog es die Menschen nach den Kontaktbeschränkungen des „Lockdowns“ im Frühjahr hinaus in die Natur, weswegen die beiden Ranger kurzerhand aus der Not eine Tugend machten und für die Sommerferien weitere sechs Nachmittagstermine am Mittwoch ansetzen. Bis Ende September nahmen an den 16 Terminen rund 280 Menschen teil (im Schnitt 17,5 pro Führung).

Auf der Spur der Natur am Belchen
Eine naturkundliche Wanderung am Belchengipfel boten Biologe Christoph Huber vom Team der Geschäftsstelle und der Geograf Sebastian Schröder-Esch im Juli an. Die Exkursion führte von der Talstation der Belchenbahn in Obermulten über das Böllener Eck und durch den Südhang bis zum Gipfel. Unterwegs ging es um die wichtigsten Lebensbräume und ihre tierischen Bewohner im bekannten Naturschutzgebiet. Als zweite Veranstaltung am gleichen Tag fand ein abendlicher Fotospaziergang rund um den Belchengipfel statt. Dabei fingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Abendstimmung und den Sonnenuntergang mit der Kamera ein. Sebastian Schröder-Esch wird im vierten Quartal noch zwei dieser Termine anbieten.

Schilder im St. Wilhelmer Tal weisen auf Kernzonen hin
Mehr als drei Prozent der Flächen im Biosphärengebiet Schwarzwald sind Kernzonen, in denen die Natur sich selbst überlassen bleibt. Nun sind die ersten Schilder in den Bannwäldern im St. Wilhelmer Tal auf der Gemarkung Oberried angebracht worden. Damit sollen die Waldbesucherinnen und Waldbesucher auf den Schutzstatus hingewiesen werden, damit sich die wertvollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen ungestört entwickeln können. Eine Holznutzung ist in den Kernzonen nicht vorgesehen. „In diesen Bereichen können natürliche Prozesse ohne menschlichen Einfluss ablaufen, Tiere und Pflanzen werden gezielt geschützt und Gäste wie Wissenschaftler können etwas lernen oder forschen“, erläuterte Geschäftsführer Walter Kemkes bei einem Vor-Ort-Termin. Im St. Wilhelmer Tal befindet sich zum Beispiel mit dem Bannwald „Napf“ eines der ältesten Areale, die schon seit 1955 nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden.

Erste dezentrale Infostelle in Bernau eröffnet
Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat die erste dezentrale Infostelle im Biosphärengebiet Schwarzwald eröffnet. Die mit viel Holz gestaltete Anlaufstelle im Foyer des Bernauer Kurhauses bietet spannende Informationen zum Biosphärengebiet, zu den Aktivitäten und zur Beteiligung in der UNESCO-Modellregion sowie einen Ausstellungsbereich mit regionalen Produkten aus Bernau. Die Hälfte der rund 60.000 Euro umfassenden Kosten der Infostelle hat das Land im Rahmen des Förderprogramm des Biosphärengebiets übernommen. Eine gute Nachricht gab es für andere Biosphären-Gemeinden: Aus Mitteln des Umweltministeriums könnten noch dieses Jahr Teilmodule für bis zu fünf weitere dezentrale Infostellen finanziert werden.

Zwei neue Partner für das Netzwerk
Das Besucherbergwerk Finstergrund in Wieden sowie das Wiesentäler Textilmuseum lassen die Zahl der Partnerbetriebe auf neun steigen. Bislang sind fünf landwirtschaftliche Betriebe im Nebenerwerb mit einem Standbein im Tourismus und vier Museen in der Partnerinitiative vertreten. Die Bewerbungen werden durch einen unabhängigen Vergaberat nach festen Qualitätskriterien geprüft und zugelassen. Die beiden neuen Partnerbetriebe, das Besucherbergwerk Finstergrund und das Wiesentäler Textilmuseum, haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich mit dem Biosphärengebiet zusammengearbeitet und wollen dies auch in Zukunft tun – sei es durch gemeinsame Veranstaltungen, Publikationen oder andere gegenseitige Unterstützung.

Auf Besuch im Staufener Apfelparadies
Zu einer Exkursion in das „Obstparadies“ Staufen von Johannes Geng ging es in Zusammenarbeit mit der Obstexpertin Dr. Eleonora Zickenheiner am Freitag, 11. September. Die Exkursion war Teil des vom Biosphärengebiet unterstützten Projekts „Öpfelgärtli“. Sie untersucht in ihrer Forschung rund 150 regionale Sorten und berichtete bei diesem Termin über ihre Arbeit. Die rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich ein Bild von den Anbaumethoden und der Vielfalt von Obstpflanzen, die im Biosphärengebiet kultiviert werden können. Das „Obstparadies“ ist Mitglied im „Netzwerk Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau“ und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Wegen der großen Nachfrage wurde sogar nochmals ein zweiter Termin eine Woche später angesetzt.

Kappler packen an für die Offenhaltung
„Gemeinsam die Landschaft erhalten“ war das Motto beim zweiten Landschaftspflegetag im Freiburger Stadtteil Kappel am Samstag, 19. September. Der Einsatz auf der Jungviehweide war eine gemeinsame Aktion der Stadt Freiburg, des Biosphärengebiets Schwarzwald sowie der Naturschutzabteilung des Regierungspräsidiums Freiburg. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer konnten kräftig mit anpacken, um die Weidefläche von Fichten, Birken und anderem Bewuchs zu befreien. Diese Offenhaltung ist erforderlich, da sonst die Freifläche langsam, aber sicher zuwachsen würde. Wegen des schlechten Wetters musste ein zweiter geplanter Einsatz in Bernau kurzfristig abgesagt werden.

Junior Ranger erforschen Bergwald
Knapp 20 Junior Ranger aus dem Biosphärengebiet Schwarzwald und dem Umland haben bei ihrem an Corona-Bedingungen angepassten Tagescamp ohne Übernachtung den Bergwald erkundet. Sie verbrachten eine interessante Zeit in der Nähe des Feldbergs und erfuhren etwas über die verschiedenen Tiere und Pflanzen, die in diesem Lebensraum vorkommen. Weiteres Thema war, wie sich der Wald weniger intensiv beweidete Wiesen im Menzenschwander Tal langsam zurückholt, wenn sie nicht offen gehalten werden. Dies wurde durch einen Pflegeeinsatz aktiv verhindert. Außerdem erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Einführung ins Spurenlesen und durften ihre neu erworbenen Kenntnisse direkt anwenden.

Rahmenkonzept: Neuer Anlauf für Fokustermine
Wegen der Kontaktbeschränkungen mussten die Fokustermine zum Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet Schwarzwald verschoben werden. Für die Jugendlichen wurde am 18. September ein Online-Workshop über die Plattform Zoom angeboten. Dabei ging es in einer Fragebogen-Aktion um relevante Themen der Altersgruppe ab 14 Jahren. Angesprochen waren Mädchen und Jungen sowie junge Erwachsene, die an einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Entwicklung der Region interessiert waren und sich gern mit anderen darüber austauschen wollten. Ausgebaut werden können die Ideen bei einem zweitägigen Jugend-Workshop von Freitag, 2. Oktober bis Samstag, 3. Oktober, im Leistungszentrum Herzogenhorn am Feldberg. Unter dem Motto „Wir wollen was bewegen in der Region. Für unsere Zukunft“ können die jungen Menschen sich in einer Präsenzveranstaltung einbringen, wie sie sich die zukünftige und nachhaltige Entwicklung im Biosphärengebiet vorstellen.
Die dritte Veranstaltung wandte sich an Seniorinnen und Senioren ab 55 Jahren im Südschwarzwald. Dabei waren Themen angesprochen, die insbesondere für diese Altersgruppe von Bedeutung sind: Versorgung und Mobilität im Ländlichen Raum, soziales Leben, Kultur und Freizeitgestaltung, Beschäftigung nach dem Berufsleben sowie Wissenstransfer zum natürlichen und kulturellen Erbe. Die Veranstaltung in den Räumen der Senioren-Akademie Hochrhein-Wiesental in Zell brachte interessante neue Einblicke und Eindrücke, die nun in das Rahmenkonzept einfließen werden.

Ferienfreizeit für Mitarbeiter-Kinder der Zahoransky AG
Bei der Biosphären-Erlebniswoche, einer Ferienfreizeit für Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zahoransky AG, haben die teilnehmenden Kinder in Todtnau-Gschwend eine spannende Zeit in der Natur erlebt. Auch diesmal erhielten die Mädchen und Jungen Vesperboxen, die mit Lebensmitteln von Anbietern aus der Region gefüllt waren. Betreut wurden die fast 40 Kinder bei den beiden Angeboten von den Rangern Sebastian Wagner und Florian Schmidt sowie von pädagogischen Fachkräften der TEN Academy. Im Rahmen von kleinen Workshops konnten die Kinder zwischen den Themen „Köhlerei“, „Holzschneflerei“ und „Wasserkraft“ wählen. Beispielsweise wurde dabei von den Kindern ein eigener kleiner Kohlenmeiler im Miniformat errichtet, an dem der Verkohlungsprozess anschaulich nachvollzogen werden konnte. Am Modell eines Wassermühlrads lernten die Mädchen und Jungen etwas über die Kraft des Wassers.

Füchsle, Panda und Biosphärengebiet eröffnen den Wildnis-Erlebnispfad
Seit 2018 setzen sich Füchsle und Panda gemeinsam mit der Geschäftsstelle für die Natur im Biosphärengebiet Schwarzwald ein: Unter dem Motto „Heimspiel für die Wildnis“ unterstützt der Fußball-Bundesligist SC Freiburg das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Naturschutzprojekt des WWF im und mit dem UNESCO-Biosphärengebiet Schwarzwald. Die Sensibilisierung für die Wildnis und deren Weiterentwicklung wird im Rahmen des Projekts unterstützt. Ein Highlight der Dreier-Konstellation ist der Wildnis-Erlebnispfad, den der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller, Regierungsvizepräsident Klemens Ficht, Fachbereichsleiterin Diana Pretzell vom WWF sowie SC-Vorstand Oliver Leki gemeinsam eröffnet haben. Der fünf Kilometer lange Rundweg im urigen St. Wilhelmer Tal bei Freiburg führt entlang sogenannter Kernzonen im Biosphärengebiet Schwarzwald, also geschützten Gebieten, in denen Natur wieder Natur sein darf. Die Maskottchen Lüchsle und Füchsle erläutern die 14 interaktiven Stationen.

Start der Biodiversitätstour im Biosphärengebiet Schwarzwald
Zum Start seiner Biodiversitätstour kam Umweltminister Franz Untersteller ins Kleine Wiesental (Kreis Lörrach). Bei Projekten im Biosphärengebiet Schwarzwald ging es insbesondere um den Erhalt der Artenvielfalt, die Offenhaltung der Landschaft durch Beweidung sowie um die Vorbildwirkung des Großschutzgebiets, da zahlreiche Regelungen des neuen Biodiversitätsstärkungsgesetzes des Landes im Südschwarzwald bereits praktiziert werden. Als erstes besichtigte er eine Extensivweide mit gemischter Rinder- und Ziegenbeweidung, die sich als Allmendfläche im Gemeindeeigentum befindet und von einem Landwirt mit Pflegevertrag offengehalten wird. Zweite Station war eine Waldweide auf einer Fläche von sieben Hektar, die seit 2004 durch gezielte Pflege wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden soll. Gleichzeitig ging es am Beispiel des Naturschutzgebiets Nonnenmattweiher um den Nutzungsdruck durch Erholungssuchende. Zum Schluss zeigte Landwirt Werner Rützler eine im Rahmen des Förderprogramms des Biosphärengebiets mit Landesmitteln unterstützte Hangspezialmaschine.

Neuer Geschäftsbericht liegt online vor
Ein Fuchs steht mit den Vorderläufen halb aufrecht an einem mit grünen Blättern bewachsenen Baum: Dieses Naturbild aus dem Imagefilm des Biosphärengebiets Schwarzwald ziert die Titelseite des aktuellen Geschäftsberichts aus dem vergangenen Jahr. In dem gedruckten und auch im Internet verfügbaren Heft gibt es auf 32 Seiten kompakte Infos zu den Fortschritten in der von der UNESCO international anerkannten Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Die einzelnen Fachbereiche berichten mit vielen Bildern – gegliedert nach den UNESCO-Kriterien – über die umfangreiche und intensive Arbeit im vergangenen Jahr. Zahlreiche Aktivitäten gab es auch wieder in der Bildung für nachhaltige Entwicklung, in der Öffentlichkeitsarbeit, beim Biosphärenfest, den Rangertouren sowie Flyern und Broschüren. Sie finden den Bericht auf der Webseite unter der Kategorie „Flyer und Borschüren“ zum Download.

Ausblick
Zweite Kulinarische Hinterwälderwochen
Mit Genuss die Landschaft erhalten: Vom 3. bis zum 17. Oktober finden die zweiten Kulinarischen Hinterwälder Wochen im Biosphärengebiet Schwarzwald statt. Beteiligt sind 21 Gastronomiebetriebe und sechs Landwirte, die sich gemeinsam für den Erhalt des heimischen Hinterwälder Rinds einsetzen. „Nach dem erfolgreichen Auftakt der ersten Ausgabe der Hinterwälder Wochen geht es uns nun darum, zusätzliche Zielgruppen zu erschließen. Wir kooperieren dazu mit zusätzlichen Gastronomen und Landwirten sowie unseren Partnern wie die
nachhaltige Vermarktungsinitiative ‚Cowfunding‘. Außerdem haben wir unsere Hinterwälder Wochen am 17. September mit einem Stand auf dem Freiburger Münstermarkt präsentiert“, erklärt
Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärengebiets. Fleisch aus artgerechter Haltung, faire Preise für die Landwirte, kurze Transportwege, stressarme Schlachtung, eine Stärkung der
regionalen Wirtschaft und nachhaltiger Genuss für die Gäste zählen zu den Erfolgsfaktoren der Kulinarischen Hinterwälder Wochen.

Neues Angebot für Jugendliche im Biosphärengebiet Schwarzwald
Einige interessierte Jugendliche haben sich bereits für die Volunteer-Gruppe angemeldet, die ab Oktober starten wird. Das neue Angebot richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren, die im Biosphärengebiet und Umland leben, sich aktiv für Umwelt- und Naturschutz einbringen, sich mit den Themen der Zeit beschäftigen und Gleichgesinnte treffen wollen. Geplant sind pro Jahr fünf Treffen und ein Camp. Mit dabei sind auch einige Junior Ranger, die bereits seit Jahren in den Gruppen aktiv waren und nun aus diesen herausgewachsen sind. Weitere Infos gibt es bei Bernadette Ulsamer unter Telefon 07673/889402-4377 oder per E-Mail an bernadette.ulsamer@rpf.bwl.de.

Neue Förderrunde bis 15. November
Das Biosphärengebiet Schwarzwald hat die Möglichkeit, über die Landschaftspflegerichtlinie innovative Ideen und Projekte in der Region finanziell zu unterstützen. Diese müssen jedoch
den UNESCO-Kriterien entsprechen. Die neue Förderrunde hat im August begonnen, doch Anträge können bis einschließlich 15. November über die Geschäftsstelle in Schönau gestellt werden. Dafür stehen jährlich 200.000 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung. Gefördert werden können Projekte zur nachhaltigen Entwicklung aus den Bereichen Regionalentwicklung, Tourismus, Bildung und Kultur, Land- und Forstwirtschaft und Naturschutz. Dies können Maßnahmen zum Arten- und Biotopschutz, Investitionen für die Verarbeitung und Vermarktung naturschutzgerecht produzierter Erzeugnisse, Investitionen für Landschaftspflege sowie Dienstleistungen zum Zwecke des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Landeskultur sein. Weitere Infos gibt es von Montag bis Donnerstag bei Christine Schwartz unter Telefon 07673/889402-4380 oder per E-Mail an christine.schwartz@rpf.bwl.de.

Betriebscheck für ALLMENDE 2.0.
Im Biosphärengebiet Schwarzwald ist die Erhaltung der charakteristischen Allmendweiden und die Stärkung der Betriebsstrukturen in der Landbewirtschaftung ein wichtiges strategisches Ziel. Dabei geht es um die zentrale Frage, wie eine nachhaltige und zukunftsfähige Bewirtschaftung des Grünlands im Biosphärengebiet gesichert werden kann. Das Projekt wurde auf den
Gemeindeverwaltungsverband Schönau fokussiert. Derzeit wird die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Betriebe analysiert. Dazu nutzt die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets
Schwarzwald zusammen mit der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum (LEL) aus Schwäbisch Gmünd ein Werkzeug namens „Betriebs-Check“. Weitere
Informationen gibt es bei Projektreferent Florian Brossette unter Telefon 07673/889402-4388 oder per E-Mail an florian.brossette@rpf.bwl.de.

“Basteln für die Artenvielfalt”
Seit kurzem bietet das Biosphärengebiet Schwarzwald Bastelanleitungen für Kinder, Familien und weitere Interessierte an. Zielgruppe dieser Bastelkarten sind Kinder, für die diese Angebote in der Corona-Zeit als ursprünglich webbasierte Serie für Zuhause vom Team der Geschäftsstelle entwickelt wurden. Im Fokus standen dabei Ideen, wie mit einfachen Mitteln kreative Möglichkeiten geschaffen werden können, sich in heimischer Umgebung oder in der näheren Natur für die Artenvielfalt und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Insekten, Tieren und Pflanzen aktiv
einzusetzen. Beispielsweise gibt es Tipps, wie Samenbomben hergestellt, eine Reptilienburg gebaut, ein Vogelhäuschen gebastelt sowie ein Biosphärengarten gestaltet werden kann. Die Anleitungen sind kindgerecht formuliert und gestaltet. Bei Interesse an den Bastelanleitungen melden Sie sich bei Bernadette Ulsamer unter Telefon 07673/889402-4377 oder per E-Mail bernadette.ulsamer@rpf.bwl.de.

Medien über richtiges Verhalten auf der Weide ab Frühjahr 2021 verfügbar
Der Besucherandrang im Biosphärengebiet Schwarzwald war in diesem Sommer sehr groß, auch auf den attraktiven Weidbergen und an anderen Hot Spots. Die Geschäftsstelle arbeitet derzeit in
Kooperation mit den Tourist-Infos, den Tourismusverbänden, dem Naturpark Südschwarzwald, Schwarzwaldverein und dem Badisch-Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) an verschiedenen Infomaterialien und Medien. Unter anderem wird das Thema „Richtiges Verhalten auf Weiden“ aufgegriffen. Für die nächste Wandersaison ab Frühjahr 2021 sollen unterschiedliche Medien verfügbar sein. Erste Hinweise wurden über „Facebook“ bereits kommuniziert und fanden großes Interesse bei den Nutzerinnen und Nutzern. Weitere Infos gibt es bei Dr. Manuela Bacher-Winterhalter per E-Mail an manuela.bacher-winterhalter@rpf.bwl.de oder bei Jan Faßbender per E-Mail an jan-hendrik.fassbender@rpf.bwl.de.

Termine
* Rangerführungen am Schauinsland (3.10) und Belchen (17.10): Jeweils 11 Uhr, vorherige Anmeldung per E-Mail an biosphaerengebiet-schwarzwald@rpf.bwl.de erforderlich, maximale
Teilnehmerzahl: 20. Beide Veranstaltungen sind ausgebucht!
* 2./3. Oktober: Jugendcamp zum Rahmenkonzept des Biosphärengebiets Schwarzwald im
Leistungszentrum Herzogenhorn
* 14. Oktober: Sitzung des Lenkungskreises des Biosphärengebiets Schwarzwald
* 15./17. Oktober: Zweite Beteiligungswoche zum Rahmenkonzept mit Biosphären-Infobus
* 17. Oktober: Landschaftspflegetag in Fröhnd
* 10./11. Juni 2021: Neuer Termin für die Praxistage Holz in Höchenschwand
* 27. Juni 2021: Biosphärenfest in Schönau