BIOSPHÄRISCHE NACHRICHTEN AUS DEM SCHWARZWALD: Dezember 2020

Von 23. Dezember 2020Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser,
mit dem November-Lockdown ging eine sehr intensive Phase von öffentlichen Aktivitäten bei uns im Biosphärengebiet Schwarzwald seit den Lockerungen im Sommer zu Ende. Wir hatten eine sehr hohe Nachfrage nach Rangertouren, konnten viele Veranstaltungen zum Rahmenkonzept nachholen, und der Lenkungskreis traf sich unter Abstands- und Hygieneregime zum ersten Mal wieder reell.

Die erste dezentrale Infostelle in Bernau wurde schon im Sommer eingeweiht, der fertige Wildnispfad wurde in Oberried eröffnet und mit Hilfe der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer brachten wir die Zweiten Kulinarischen Hinterwälder Wochen bis auf den Freiburger Münsterplatz. Das war alles nur möglich, weil alle ihr Bestes gegeben haben, flexibel reagierten und auch komplizierte Regeln bei Anmeldungen und Ablauf problemlos akzeptiert haben. Für dieses Verständnis sage ich „Danke“.

Auch über diese medial sehr gut vertretenen Themen hinaus ist noch sehr viel mehr gegangen, worüber wir Sie in diesem Newsletter informieren möchten. Besuchen Sie uns auch auf unserem Instagram-Account, bei Facebook oder auf unserer Webseite!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben im Namen des gesamten Teams der Geschäftsstelle erholsame Festtage und einen guten gesunden Start ins neue Jahr! Bleiben Sie den Anliegen des UNESCO-Biosphärengebiets auch weiterhin gewogen.

Ihr Walter Kemkes
Geschäftsführer Biosphärengebiet Schwarzwald

Das Leben der Geschäftsstelle
Schwarzwald statt Südamerika
Statt gut 10.000 kam er bislang nur etwas mehr als 300 Kilometer weit: Simon Wildner aus Frankfurt ist UNESCO-Freiwilliger und hatte sich eigentlich für eine Einsatzstelle in Südamerika beworben. Wegen der Corona-Krise klappte das nicht wie geplant, sodass der 18-jährige Abiturient aus dem nördlichsten Stadtteil der hessischen Metropole das Angebot annahm, sich als sogenannter Kombi-Freiwilliger für fünf Monate in einem deutschen Einsatzgebiet im Südschwarzwald im Biosphärengebiet zu engagieren. Erst danach geht es dann ab März 2021 in den Nationalpark Zentral-Balkan im Norden von Bulgarien in die Nähe von Gabrovo. Hier im Biosphärengebiet Schwarzwald arbeitet er seit Anfang Oktober Jan Fassbender im Fachbereich für Regionalentwicklung zu. Zum Beispiel hilft er ihm bei der Umsetzung des Projekts der dezentralen Infostellen und bei der Koordination der Marketingmaßnahmen für neue Mitglieder im Partnernetzwerk.
Ihr Praktikum abgeschlossen hat seit Ende Oktober Jessica Norz aus Freiburg, die seit Anfang August drei Monate lang Commerzbank-Praktikantin im Fachbereich Wirtschaft, Regionalmarketing und Tourismus war. Im Oktober war sie eine wertvolle Stütze bei der Organisation und Abwicklung der zweiten Kulinarischen Hinterwälder Wochen, die im Oktober anstanden und erfolgreich über die Bühne gebracht werden konnten.

Rückblick drittes Quartal 2020
Schwarzwaldlandschaft in Fröhnd pflegen
Die schöne Schwarzwaldlandschaft pflegen und erhalten – beides war am letzten Landschaftspflegetag in Fröhnd im Biosphärengebiet Schwarzwald in diesem Jahr angesagt. Bei der Veranstaltung trafen sich etwa 30 Interessierte am Wanderparkplatz Holzer Kreuz oberhalb von Fröhnd. Von dort aus ging es direkt zur Pflegefläche im Bergmischwald. Gemeinsam hatten die Gemeinde und das Großschutzgebiet dazu aufgerufen, einen persönlichen Beitrag zur Offenhaltung der Landschaft zu leisten und es insbesondere jungen Bäumen zu ermöglichen, sich zu entwickeln. Während der Arbeit war es sogar möglich, eine phänomenale Aussicht über das Wiesental hinweg zum Zeller Blauen und zum Belchen zu genießen. Mit dabei war auch Fröhnds Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner und Revierleiter Rolf Berger.

Auf den Spuren des Hinterwälder Rinds
21 Gastronomen und sechs Landwirte haben sich an den Zweiten Kulinarischen Hinterwälder Wochen im Biosphärengebiet Schwarzwald beteiligt. Mit 16 vermarkteten Tieren hat sich ihre Zahl innerhalb nur eines Jahres verdoppelt. Derzeit läuft die Evaluierung des Projektes mit einer Befragung der Gastronomen, Landwirte und des beauftragten Logistikers für Schlachtung und Qualitätssicherung. Im Januar wird es Gespräche zur Zukunft der Logistik und der Qualitätssicherung geben. Ab Februar startet die Bewerbungsphase für eine Beteiligung bei den dritten Kulinarischen Hinterwälder Wochen im Herbst 2021. Das Projekt wurde als Fallstudie „Nachhaltiger Tourismus in Biosphärenreservaten“ vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) ausgewählt. Die beauftragte Tourismusagentur dwif wird die „Hinterwälder Wochen“ beratend begleiten. Dabei geht es unter anderem um die Beantwortung der Frage „Inwiefern können Vermarktungsinitiativen, wie die Hinterwälder Wochen, zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung beitragen?“

Fotospaziergänge mit Sebastian Schröder-Esch
Ob buntgefärbtes Laub, mystischer Nebel in den Tälern, atemberaubende Fernsicht in kristallklarer Bergluft oder lebhaft fließende Bäche und Wasserfälle – der Herbst im Biosphärengebiet Schwarzwald ist die Zeit der interessanten Fotomotive. Nach zwei interessanten Terminen im Sommer in Kooperation mit Christoph Huber vom Fachbereich für Naturschutz und Monitoring beim Biosphärengebiet Schwarzwald am Belchen bot der Kirchzartener Fotograf Sebastian Schröder-Esch an verschiedenen Locations im Schwarzwald weitere Kurse für alle fotografisch Interessierten an. Die Aktivitäten richteten sich in erster Linie an Einsteigerinnen und Einsteiger, aber auch Fortgeschrittene kamen auf ihre Kosten. Der Weg führte stets zu schönen Aussichten und Motiven, an denen in Ruhe fotografiert werden konnte. Dabei werden Hinweise zu Aufnahmetechniken und Bildgestaltung an Ort und Stelle gegeben – im Mittelpunkt stehen stets praktische Tipps zur spontanen Umsetzung.

Lenkungskreis bestätigt Schönau als Austragungsort des Biosphärenfests
Der Lenkungskreis des Biosphärengebiets Schwarzwald hat sich bei seiner ersten Präsenzsitzung im Bürgerforum in Zell im Wiesental über die Fortschritte im Großschutzgebiet informiert. „Es geht wirklich voran im Biosphärengebiet Schwarzwald“, so die Vorsitzende des Lenkungskreises, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. „Die vielen erfolgreichen Projekte zeigen, dass die Region immer besser zusammenwächst und wir auf dem Weg zu einer international anerkannten Modellregion für nachhaltige Entwicklung gut vorankommen.“ Zunächst bestätigte der Lenkungskreis die Ausrichtung des verschobenen Biosphärenfests am 27. Juni 2021 wiederum nach Schönau im Schwarzwald. Waldshuts Landrat Dr. Martin Kistler stellte das „Leuchtturmprojekt Holz“ vor, für das ein Antrag über das Regio-WIN-Programm gestellt werden soll. Träger dieses Leuchtturmprojekts soll der neu gegründete Verein „Bauwerk Schwarzwald“ sein, der seinen vorläufigen Sitz in der Geschäftsstelle des Naturparks Südschwarzwald haben wird.

Zwischenbericht zu „ALLMENDE 2.0.“ zeigt erste Perspektiven auf
Projektreferent Florian Brossette hat dem Lenkungskreis einen Zwischenbericht zu „ALLMENDE 2.0“ etwa zur Halbzeit des Projekts vorgelegt, der auch in gedruckter Form veröffentlicht wurde. Diese Studie untersucht den Ist-Zustand auf den offenen Grünlandschaften im Gemeindeverwaltungsverband Schönau und sucht nach Strategien einer zukünftigen Bewirtschaftung. Erste konkrete Ergebnisse zeigen die Entwicklung in der Zahl und Größe der landwirtschaftlichen Betriebe, durch Monitoring Veränderungen im Bewuchs der Landschaft und erste konkrete Hilfestellungen für die Gemeinden wie zum Beispiel einen Muster-Pachtvertrag. Aktuell läuft gerade ein Betriebscheck für interessierte Landwirtinnen und Landwirte sowie eine Fragebogen-Aktion bei der Bevölkerung, welche Aspekte der Bewirtschaftung der Allmendweiden für sie wichtig sind.

Planungen für MTB-Haus und Besucherzentrum kommen gut voran
Schönaus Bürgermeister Peter Schelshorn erläuterte im Lenkungskreis den Sachstand zum Neubau des MTB-Hauses, in dem Tourist-Info und Geschäftsstelle des Biosphärengebiets untergebracht werden sollen. Demnächst wird der Gemeinderat den Bauantrag auf den Weg bringen; wenn alles glatt läuft, könnte bereits im Laufe des Frühjahrs 2021 mit ersten Erdarbeiten im Herzen der Gemeinde begonnen werden. Bei den Baustoffen ist aus statischen Gründen ein Grundstock aus Stahlbeton notwendig, möglichst viel Holz soll im oberen Gebäudebereich und beim Innenausbau Verwendung finden. Regierungsvizepräsident Klemens Ficht brachte die Mitglieder auf den aktuellen Stand zu den Planungen zum Besucherzentrum in Todtnau. Als nächster Schritt befindet sich nun ein Architektenwettbewerb in Vorbereitung, für das ein Preisgericht gebildet werden soll. Auch hier wurden feste Qualitätskriterien wie die Verwendung regionaler und nachhaltiger Baustoffe vereinbart. Wenn sich das Projekt wie gewünscht entwickelt, ist eine Vergabe im kommenden Sommer vorgesehen.

Biosphärengebiet hilft jungen Flüchtlingen in Kooperation mit WaldHaus Freiburg
Das Projekt „Naturrefugien schaffen – Vielfalt fördern“ ist eine Kooperation zwischen dem WaldHaus Freiburg und dem Biosphärengebiet. Dieses Angebot richtet sich an junge Menschen mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund, die eine Vorbereitungsklasse für Geflüchtete, Migranten und Migrantinnen besuchen. 16 junge Menschen waren tatkräftig bei der Sache und legten für die Grundschule Horben Hochbeete auf dem Schulhof und weitere artenreiche Blühpflanzenbeete rund um die Schule an. Diese Beete werden dann künftig von den Grundschülerinnen und Grundschülern gepflegt und bearbeitet. Geleitet wurde diese Aktion vom WaldHaus Freiburg mit einem Team rund um Fynn Zimmermann. Junge Menschen, die als Flüchtlinge oder Migrierende nach Deutschland gekommen sind, sollen durch dieses Angebot gestärkt werden und an das Thema Natur und Naturschutz sowie ehrenamtliches Engagement und nachhaltige Entwicklung herangeführt werden. Dieses Projekt zeigt, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung – in den Bildungsplänen des Landes verankert – praxisnah umgesetzt werden kann.

Lust auf ein Open-Air-Semester im Südschwarzwald?
Das Biosphärengebiet Schwarzwald wird im kommenden Jahr wieder zwei Stellen für Commerzbank-Umweltpraktikantinnen und Umweltpraktikanten anbieten. Für je drei Monate können sich Studierende für ein Praktikum im südlichen Schwarzwald bewerben. Die Bewerbungsfrist läuft seit 30. Oktober und endet am 15. Januar 2021. Das Biosphärengebiet Schwarzwald freut sich über interessierte junge Menschen, die während ihres Praktikums etwas bewirken wollen, sich aktiv für den Natur- und Artenschutz einsetzen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort und der Geschäftsstelle Projekte gestalten. Bewerbungen werden über folgendes Portal entgegengenommen: https://umweltpraktikum.com.

Junior Ranger und Volunteer Ranger pflegen die Natur
Gemeinsam mit ihren Familien packten die Junior Ranger bereits im Oktober bei einem Pflegeeinsatz kräftig mit an – auch die Eltern konnten sich endlich mal richtig körperlich austoben. Ein lange gehegter Wunsch ging damit in Erfüllung in Kooperation mit den Silbermättle-Alpakas in Wies: Bei wunderschönem Herbstwetter pflegten die Kinder und Eltern eine Weide, die ansonsten in Gefahr war, zuzuwachsen. Damit dieser Lebensraum für Insekten und Vögel erhalten bleibt, musste Gebüsch und anderer Bewuchs entfernt werden. Die neuen Volunteer Ranger, die Jugendgruppe des Biosphärengebiets Schwarzwald, haben sich ebenfalls bei einem Pflegeeinsatz für die Offenhaltung von Weiden in Bernau eingesetzt. Sie waren den ganzen Tag damit beschäftigt, kleine und größere Fichten und Gebüsch zu kappen, um so die Weide zu erhalten. Landwirt Thomas Spiegelhalter erklärte den Teilnehmenden, was zu tun war und stellte ein Vesper und Getränke zur Verfügung. Die geplanten Termine im November und Dezember mussten wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen leider abgesagt werden. Wer sich für die Angebote interessiert, kann sich per E-Mail bei bernadette.ulsamer@rpf.bwl.de nach freien Plätzen und den nächsten Terminen erkundigen.

Förderprogramm: 19 Anträge mit Volumen von 413.000 Euro

Für die aktuelle Förderperiode des Biosphärengebiets Schwarzwald war am 15. November Annahmeschluss: Aus dem Förderprogramm des Landes stehen für 2021 der Geschäftsstelle genau 200.000 Euro zur Verfügung. In den vergangenen Tagen und Wochen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Schönau Hilfestellungen bei der Antragsstellung geleistet, bei der Vorbereitung beraten und werden die Projekte nach etwaiger Antragsbewilligung im Frühling auch begleiten. 19 Anträge mit einer Gesamtsumme von knapp 413.000 Euro sind bis zum Stichtag eingegangen. Das Antragsteam prüft die Unterlagen und leitet sie zur Beurteilung an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe weiter. Das letzte Wort hat jedoch der Lenkungskreis des Biosphärengebiets Schwarzwald, der auch die formelle Entscheidung trifft – dieses Mal Ende März 2021.

Ausblick
Rieseninteresse an Ausbildung zu Biosphären-Guides
Die Bildungseinrichtung Institut für Bildung und Management (IKS) in Zell im Wiesental und das Biosphärengebiet Schwarzwald bieten 2021 eine Ausbildung zu sogenannten Biosphären-Guides an: Geschäftsführer Walter Kemkes und IKS-Chefin Christine Zeller stellten das aus dem Förderprogramm unterstützte Konzept bei einem Pressegespräch Ende November vor. Biosphären-Guides sind interessierte Menschen jeglichen Alters, die sich mit den Zielen des Großschutzgebiets identifizieren und ihr Wissen und ihre Freude an der Landschaft und der Geschichte der Region an unterschiedliche Gruppen durch eigene Bildungsangebote weitergeben wollen. Ein besonderer Themenschwerpunkt stellt die Bildung für nachhaltige Entwicklung dar. Der Beginn der praktischen Ausbildung ist für April 2021 eingeplant. Vorab werden drei virtuelle Info-Treffen angeboten, um sich mit dem Angebot per Videokonferenz vertraut zu machen und Fragen zur Ausbildung stellen zu können. Das erste Treffen hat am 7. Dezember per Videokonferenz stattgefunden und hatte im Vorfeld mit fast 60 Anmeldungen sämtliche Erwartungen übertroffen. Es wurde sogar ein zweiter Termin angesetzt. Weitere Infos auch zur Anmeldung: https://www.biosphaerengebiet-schwarzwald.de/wp-content/uploads/2020/12/BSG_Flyer_Biosphaeren_Guides.pdf

Veranstaltungskalender 2021 erscheint erst an Ostern
„Wir sehen uns draußen“, lautet das Motto des Erlebniskalenders des Biosphärengebiets Schwarzwald, der 2020 rechtzeitig zur Urlaubsmesse CMT in Stuttgart vorlag. Keine zehn Monate später gibt es aktuell keine touristischen Aktivitäten oder gesellschaftlichen Termine – wegen der Pandemie und den daher geltenden Kontaktbeschränkungen. Im vergangenen Jahr hatten uns mehr als 30 Anbieterinnen und Anbieter weit mehr als 100 verschiedene Veranstaltungen gemeldet, um Natur und Kultur hautnah im Biosphärengebiet Schwarzwald zu erfahren. Weil momentan unkalkulierbar ist, welche Veranstaltungen unter welchen Hygiene-Auflagen stattfinden können oder eventuell auch nicht, haben wir den Startschuss für den gedruckten Kalender verschoben. Bis 28. Februar 2021 werden die Anbieterinnen und Anbieter Zeit haben, für den gedruckten Kalender Termine zu melden, der danach gelayoutet wird. Verteilt werden soll er nach aktuellem Stand vermutlich ab April 2021.

Partnernetzwerk wächst um weitere fünf Anbieterinnen und Anbieter

Fünf neue Anbieterinnen und Anbieter gehören seit Oktober mit zum Partnernetzwerk des Biosphärengebiets Schwarzwald. Davon gehören drei zum Bereich Direktvermarkter aus der Landwirtschaft wie der Baron Droste-Hülshoff, Klaus Rümmele sowie Benno Kaiser und zwei zum Bildungsbereich (die IKS in Zell sowie die Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental). Im November hat es ein Vernetzungstreffen per Videokonferenz mit 9 Partnerinnen und Partnern zum Austausch über verschiedene Themen gegeben. Im kommenden Jahr soll unter anderem für die Partnerinnen und Partner eine Weiterbildung zur Verwendung von nachhaltigen Reinigungsmitteln seitens der Geschäftsstelle angeboten werden. Weitere Bewerbungen zum Partner-Netzwerk sind möglich und willkommen. Weitere Informationen gibt es bei Jan-Hendrik Faßbender unter Telefon 07673/889402-4379 oder per E-Mail an jan-hendrik.fassbender@rpf.bwl.de.

Neue Infostellen in Horben, Zell, Menzenschwand, Wehr und Dachsberg

Nach der Einweihung der ersten dezentralen Infostelle in Bernau im Juli durch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war den Kommunen angeboten worden, sie bei der Errichtung von bis zu fünf weiteren Infostellen in diesem Jahr finanziell und logistisch zu unterstützen. Das Schreiben der Regierungspräsidentin fand großes Interesse, sodass es schnell zahlreiche Rückmeldungen auf das Angebot gab, diese dezentralen Infostellen als Module und Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Die Bewilligung ist an Kriterien wie Besucherfrequenz, die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten und weitere Rahmenbedingungen geknüpft. Mitte Oktober gab es eine Bereisung der potentiellen Standorte in Horben, Zell im Wiesental, Menzenschwand, Wehr und Dachsberg. Die dezentralen Infostellen sollen noch im Dezember oder spätestens Anfang Januar 2021 eingerichtet werden. Weitere Standorte sind für 2021 vorgesehen, interessierte Gemeinden können sich beim Biosphärengebiet Schwarzwald melden und bewerben.

Die Adventszeit nachhaltiger gestalten – aber wie genau?

UNESCO-Freiwilliger Simon Wildner hat sich in der Zeit vor Weihnachten mit Möglichkeiten auseinandergesetzt, wie im privaten Umfeld die Adventszeit nachhaltiger gestaltet werden kann. Er hat zahlreiche Ideen gesammelt und diese zu einer Serie auf Facebook ausgebaut, bei der an jedem Adventssonntag ein Post mit konkreten Tipps zur Nachhaltigkeit eingestellt worden ist. Dabei ging es um sehr unterschiedliche Aspekte wie den Kauf eines ökologisch zertifizierten oder regional gewachsenen Weihnachtsbaums, alternativen Möglichkeiten der Geschenkverpackung, Ideen für ein Geschenk-Täschchen mit regionalen Produkten teilweise von Partnerbetrieben aus dem Biosphärengebiet und die Unterstützung kultureller Angebote während der Corona-Pandemie. Parallel dazu lief eine Mitmachaktion, bei der es darum ging, eigene Ideen und ihre Umsetzungen für eine nachhaltigere Gestaltung der Vorweihnachtszeit einzusenden.

Insektenschutzprojekt BROMMI sucht interessierte Landwirte und Kommunen

Seit kurzem läuft das Kooperationsprojekt „BROMMI – Gemeinsam Insekten schützen“, das der WWF mit dem Biosphärengebiet Schwarzwald durchführt. Ziel des Projekts ist es, dem dramatischen Rückgang von Insekten zu begegnen. Geplant sind unter anderem eine „insektenfreundliche“ Pflege des Grünlands durch Anpassungen des Mähregimes und Biotopmaßnahmen zur Verbesserung der Flächen als Lebensraum für Schmetterlinge, Wildbienen und Co. Für die Durchführung und den Erfolg des Projekts suchen wir engagierte Landwirte und Kommunen, die einen Beitrag zum Schutz der wertvollen Bestäuber leisten wollen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten für den projektbezogenen Mehraufwand eine entsprechende Aufwandsentschädigung. Weitere Informationen gibt es bei Projektmanager Martin Rudolph vom WWF unter Telefon 0151/18854807 oder per E-Mail an martin.rudolph@wwf.de oder aus dem Team der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets bei Christoph Huber unter Telefon 07673/889402–4378 oder per E-Mail an christoph.huber@rpf.bwl.de.

„Krauses Salatblatt“ ist natürlicher Indikator für intakte Ökosysteme

Wahre Schönheit kommt von innen – das gilt auch im Bereich von ökologisch besonders wertvollen Pflanzen: Die Echte Lungenflechte ist echt keine Schönheit, erinnert auf den ersten Blick eher an ein krauses Salatblatt. Noch dazu wächst sie eher beiläufig auf alten Laubbäumen, vor allem Berg-Ahorn oder Esche, doch ist sie eine richtige botanische Rarität. Sie kann als Indikator für intakte Ökosysteme gelten, sie reagiert sehr empfindlich auf Luftschadstoffe. Sie siedelt sich in luftfeuchten Lagen an, also zum Beispiel Schluchtwäldern und Gebieten mit hohen Niederschlägen. Wie der Name vermuten lässt, ist sie eine alte Heilpflanze gegen Lungenleiden. Sie ist aber nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt, vor allem auch wegen ihrer Seltenheit. In Deutschlang gilt sie als vom Aussterben bedroht, in Baden-Württemberg ist sie stark gefährdet.
Die Straßenmeisterei Schönau nahm vor Kurzem besondere Rücksicht auf die Lungenflechte: Bevor entlang der Landesstraße zwischen Aitern und Multen absterbende Eschen aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden mussten, wurden die Bäume auf Vermittlung der Unteren Naturschutzbehörde Lörrach von einem Fachmann begutachtet: Musste ein Trägerbaum entfernt werden, wurden zuvor die Flechten auf einen anderen, standsicheren Trägerbaum „transplantiert“ und so erhalten. Ein vorbildliches Beispiel für Erhaltung seltener Arten im Biosphärengebiet Schwarzwald, weil diese Zeit einfach auch nach einer guten Nachricht zum Schluss verlangt.

Termine:
Stand dieser Informationen ist Mittwoch, 23. Dezember 2020 (10h00). Alle Termine stehen unter dem Vorbehalt der jeweils gültigen Abstands- und Hygieneregeln. Nach jetzigem Stand ist zu allen Veranstaltungen eine schriftliche Voranmeldung per E-Mail an biosphaerengebiet-schwarzwald@rpf.bwl.de erforderlich, die Einwilligung zur Weitergabe von Kontaktdaten zur etwaigen Nachverfolgung ist Teilnahmebedingung. Bitte erkundigen Sie sich gegebenenfalls bei der Geschäftsstelle in Schönau, ob die Veranstaltung und in welcher Form stattfinden kann. Danke.

* 20. Januar/10. März: 18 Uhr, Infoabende für die Biosphären-Guides (entweder Videokonferenz oder eventuell Präsenzveranstaltung bei der IKS in Zell)
* 1. März: Sitzung des Vergaberats
* 8. März: 14 Uhr, Partner-Infoveranstaltung für Gastronomiebetriebe und andere
* 26. März: 14 Uhr, Sitzung des Lenkungskreises
* 24. April, Nachholtermin der Veranstaltung für nachhaltigen Konsum mit Partnernetzwerk des Biosphärengebiets
* 10./11. Juni 2021: Neuer Termin für die Praxistage Holz in Höchenschwand
* 27. Juni 2021: Biosphärenfest in Schönau