Biosphärengebiet Schwarzwald als Modellregion für eine naturverträgliche Energiewende

Von 12. November 2018Pressemitteilungen

Das UNESCO-Biosphärengebiet Schwarzwald soll zur Modellregion für eine naturverträgliche Energiewende werden – so der Tenor einer Diskussionsveranstaltung des NABU Südbaden und der fesa e.V. am vergangenen Freitag in Schluchsee. Rund 40 Interessierte kamen ins Kurhaus, um zu diskutieren, wie Klima- und Naturschutz im Südschwarzwald unter einen Hut gebracht werden kann. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass zunächst ein Klimaschutzkonzept für die Region erstellt werden soll. Die Beteiligung der Bevölkerung sei dabei eine wichtige Voraussetzung.

„Nach dem trockenen Sommer und den frühlingshaften Temperaturen Mitte November ist es nicht mehr zu übersehen, dass sich der Klimawandel auch im Schwarzwald auswirkt“, sagte Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärengebiets. Er stellte klar, dass der Klimaschutz eine wichtige Aufgabe der UNESCO-Biosphärenreservate weltweit sei, da die Klimaveränderung die Vielfalt der Arten und Lebensräume direkt bedrohe. Insofern sei die Förderung der erneuerbaren Energien auch im Biosphärengebiet Schwarzwald ein zentrales Thema. In Schluchsee ging es nun darum, die Erwartungen und Vorschläge der Bevölkerung auszuloten. Unterstützt wurde die Veranstaltung im Rahmen des Förderprogramms des Biosphärengebiets.

Impulse kamen zum Auftakt von drei externen Referenten. So forderte Daniel Bannasch von der Metropol/Solar-Region Rhein-Neckar einen massiven Ausbau von Wind- und Solarenergie, um die Energiewende zu schaffen. Das Potenzial dazu sei auch im Südschwarzwald vorhanden. Auch Ingrid Eberhardt-Schad vom NABU-Landesverband sprach sich für den Ausbau der Erneuerbaren Energien aus, der aber naturverträglich, innovativ und maßgeschneidert für die Region erfolgen müsse.

Das Klimaschutzkonzept des Biosphärenreservats Bliesgau stellte Florian Noll vom Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme in Saarbrücken vor. „Die Strukturen eines Klimaschutzkonzepts lassen sich nicht aufzwingen, die Akteure müssen sich selber zusammen finden“, so seine Erfahrung. Größte Herausforderung sei die Beteiligung der Bevölkerung in diesem Prozess, um Akzeptanz herzustellen.

 Fünf Arbeitsgruppen diskutierten im zweiten Teil der Veranstaltung ihre Ideen für eine naturverträgliche Energiewende im Biosphärengebiet Schwarzwald. Die Forderung nach einem regionalen Klimaschutzkonzept stand am Ende ganz oben auf der Agenda. Vorgeschlagen wurden zudem Modellprojekte etwa zur energetischen Verwertung von Abfällen und die Vorstellung von Best-Practice-Beispielen. In einem nächsten Schritt geht es nun um eine Bestandsanalyse der Erneuerbaren Energien im Biosphärengebiet. Dazu findet demnächst ein Austausch mit den Energieagenturen der Region statt.