Projektstart: Aufbau eines klimastabilen Waldes in Albbruck

By 2. Oktober 2025Projekte
Ein Wald mit abgestorbenen Fichten und nachwachsendem Mischwald

Die Trockenjahre von 2018 bis 2021 haben im Südschwarzwald deutliche Spuren hinterlassen: Flächenweise sind große Fichtenbestände abgestorben. Auf einer über 100 Fußballfelder großen Kommunalwaldfläche in Albbruck soll in den nächsten Jahren ein klimastabiler, naturnaher Mischwald entstehen. Hierbei gehen Waldumbau und natürliche Waldentwicklung Hand in Hand: Die Biosphären-Geschäftsstelle konnte mit Unterstützung der Nationalen Naturlandschaften sowie in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt Waldshut und der Gemeinde Albbruck ein mehrjähriges Waldumbauprojekt auf die Beine stellen. Finanziert wird das Projekt von PRIMAKLIMA e.V. – erstmalig in einem Großschutzgebiet in Deutschland.

Das Kreisforstamt ist für die Umsetzung zuständig. Bei einem gemeinsamen Termin wurden erste Maßnahmen angeschaut und diskutiert. Abgestorbene Fichten bleiben auf Teilflächen. Sie dienen der Beschattung des Bodens, der Feuchtigkeitsspeicherung und bieten zahlreichen Insekten, Vögel, Pilze und Säugetiere einen Lebensraum. So entsteht ein neuer Anfang. Zusätzlich werden mehrere Tausend junge Bäume gepflanzt – darunter Stieleiche, Linde, Hainbuche, Ahorn, Kirsche und Weißtanne. Die Jungbäume werden vor Wildverbiss geschützt. Dem Eichelhäher kommt im Projekt für die natürliche Verbreitung der Eichen eine wichtige Rolle zu. Dazu werden Kästen aufgebaut und mit Eicheln befüllt.

Die Waldentwicklung wird auf mehreren Versuchsflächen vom Waldbauinstitut, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, und von der FVA Baden-Württemberg erforscht. Auf der Projektfläche als Lernort in der Natur sind außerdem Umweltbildungsmaßnahmen mit Schulklassen geplant.