Deutlicher Bestandsrückgang der Sumpfspitzmaus im Biosphärengebiet Schwarzwald

By 17. Dezember 2025Projekte
Eine Quelle mit Bewuchs drumherum

Die stark gefährdete Sumpfspitzmaus steht exemplarisch für den Zustand sensibler Bach- und Feuchtlebensräume im Biosphärengebiet Schwarzwald. Bereits im Naturschutzgroßprojekt Feldberg–Belchen–Oberes Wiesental (2002–2012) spielte sie eine zentrale Rolle: Als sogenannte Indikatorart zeigt sie an, wo besonders wertvolle, naturnahe Lebensräume erhalten sind. Das Naturschutzgroßprojekt bildete zugleich die fachliche Grundlage für das heutige Biosphärengebiet.

Aktuelle Ergebnisse aus dem Monitoring

Ein seit 2023 von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets durchgeführtes Monitoring liefert nun Anlass zur Sorge. Viele frühere Vorkommen der Sumpfspitzmaus konnten nicht mehr bestätigt werden, einzelne bekannte Fundorte sind inzwischen verwaist. Insgesamt liegen die Fangzahlen heute nur noch bei etwa der Hälfte des Niveaus von 2004, neue Nachweise sind selten. Die Art wird im Biosphärengebiet zunehmend seltener.

Indikatorarten mit besonderer Bedeutung

Neben der Sumpfspitzmaus gelten auch Alpenspitzmaus, Wasserspitzmaus und Kleinwühlmaus als wichtige Zeigerarten für empfindliche Lebensraumkomplexe entlang von Bächen, Feuchtwiesen und strukturreichen Offenlandbereichen. Ihre Vorkommen liefern wertvolle Hinweise darauf, wo Handlungsbedarf im Naturschutz besteht.

Entwicklung eines Schutzkonzepts

Um dem Bestandsrückgang entgegenzuwirken, arbeitet die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets derzeit gemeinsam mit Fachleuten aus Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft an einem gezielten Schutzkonzept. Ziel ist es, die Lebensräume der Sumpfspitzmaus langfristig zu sichern und zu verbessern, was auch vielen weiteren spezialisierten Arten zugute kommen soll.