Dreisamtäler Schüler schaffen im Biosphärengebiet Schwarzwald

Statt Büffeln im Klassenzimmer war für rund 50 Achtklässler der Kirchzartener Realschule am Giersberg diese Woche handfeste Arbeit an der frischen Luft angesagt: Im Rahmen einer Projektwoche zum Thema „Gesellschaftliches Engagement“ leisteten sie am Montag und am Donnerstag Landschaftspflegeeinsätze im Biosphärengebiet Schwarzwald.

In Oberried und in Hofsgrund unterstützten die Jugendlichen Landwirte beim so genannten Enthursten. Ausgerüstet mit Arbeitshandschuhen und Heckenscheren befreiten sie Viehweiden von Besenginster, Brombeeren und anderem Gestrüpp – ohne die Offenhaltung würden Weiden zuwachsen und der Wald würde sich die Flächen zurückholen.

 „Im Biosphärengebiet Schwarzwald wollen wir gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten dafür sorgen, dass die von Weiden und Wäldern geprägte, abwechslungsreiche Schwarzwaldlandschaft erhalten bleibt“, erklärt Christoph Huber von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets. Die Einsätze mit Schulklassen seien eine klassische Win-Win-Situation: Die Landwirte freuen sich über die Unterstützung. Die Kinder und Jugendlichen genießen das Naturerlebnis und lernen ganz nebenbei die Zusammenhänge von Landwirtschaft und Landschaft kennen. „Damit erfüllen wir auch den Bildungsauftrag, den uns die UNESCO 2017 mit der offiziellen Anerkennung des Biosphärengebiets erteilt hat“, so Huber.

„Ein Alleinstellungsmerkmal des Biosphärengebiets sind die gemeinschaftlich bewirtschafteten Allmendweiden. Ich finde es gut, dass die Jugendlichen bei diesen Einsätzen erleben, wieviel Arbeit es bedeutet, diese Landschaft zu erhalten“, stellt der Oberrieder Landwirt Stefan Winterhalter fest. Zusammen mit seinem Kollegen Tobias Winterhalter und dessen Vater Paul betreute Stefan Winterhalter am Donnerstag den Einsatz der 8c auf einer Weide am oberhalb von Oberried gelegenen Winterberg. Am Steilhang, der nicht mit Maschinen bearbeitet werden kann, schnitten die Mädchen und Jungen abgeblühte Besenginsterstauden ab und sammelten diese auf einen Haufen zur Verbrennung.

 „Ich finde es interessant, den Alltag eines Landwirts kennenzulernen“, meinte der 14-jährige Tom. „Es ist schön, mal nicht nur herumzusitzen, sondern richtig was zu schaffen“, ergänzte seine 13-jährige Mitschülerin Rebecca. Und ihre Lehrerin Hannah Hermann fand es spannend, ihre Achtklässler mal in einer anderen Umgebung zu erleben: „Für viele ist das Anpacken in der Natur eine neue Erfahrung, die anstrengend ist, aber auch viel Freude bereitet.“ Auf jeden Fall werde die Klassengemeinschaft von der Teamarbeit im Freien profitieren.

Parallel zu dem Einsatz in Oberried war am Donnerstag eine weitere achte Klasse der Kirchzartener Realschule für die Landschaftspflege im Biosphärengebiet im Einsatz. In Hofsgrund befreiten diese Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Landwirt Klaus Flamm sowie ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern Inge Waltz und Bernd Seifried eine Weide von Gehölz. Bereits am Montag hatte diese Klasse in Oberried Landwirt Ewald Sandmann bei der Offenhaltung einer Weide unterstützt.